Aufsatz 
Die Mnemonik und Stenographie als Mittel zur leichteren und sicheren Bewältigung des Unterrichtsmaterials in Real- und Höheren Bürgerschulen
Entstehung
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Schriftſtellern des Vaterlandes bekannt werden. In dieſer Weiſe wird dann die Leſeſtunde nicht alleine Concentration vieler Lehr⸗ ſtoffe, ſendern Abſchluß derjenigen Bildungsſtufe, welche Real⸗ ſchüler mit dem 15. Jahre gewöhnlich erreichen ſollen. Allein Volksſchule und die untern Realklaſſen müſſen nothwendig zu⸗ erſt hierzu die Bauſteine mechaniſches Leſen, Schreiben, Or⸗ thographie, Satzlehre ꝛc. liefern. In ähnlicher, aber umge⸗ kehrter Weiſe verhält es ſich mit der Verbindung der Geſchichte, Naturkunde und Gewerbslehre mit der Geographie. In der Volksſchule und den niedern Realklaſſen iſt der Geſchichtsunter⸗ richt biographiſch. Hier kommt es hauptſächlich auf Weckung des Gefühles für alles Gute und Schöne an. Die niederträchtige Ver⸗ rätherei Ephialtes muß den Schüler mit Entrüſtung, die helrenmü⸗ thige Aufopferung des Leonidas dagegen mit Bewunderung erfüllen. Ganz einerlei iſt es natürlich für den beabſichtigten Zweck, ob die Geſchichte in dieſem oder jenem Jahrhunbert, in dieſem oder jenem Engpaſſe ꝛc. ꝛc. ſich ereignet hat; denn ich würde in die⸗ ſen Kreis ſogar Sagen bringen, wie die von der jüngern Tullia. Hier läßt ſich alſo Geſchichte und noch ſo manches Andere wohl mit Geographie verbinden. Dagegen in den obern Klaſſen der Realſchulen, wo der Schüler auf die Fingerzeige Gottes in den geſchichtlichen Begebenheiten der Art achten lernen ſoll, daß er die ganze Geſchichte als eine Darlegung der Mittel und Wege auffaßt, die der Schöpfer anwandte, um die geſammte Menſch⸗ heit auf die Stufe der Cultur und Bildung zu bringen, worauf wir ſie jetzt erblicken: muß in der Geſchichtsſtunde alles fern gehalten werden, was nicht unmittelbar hierher gehört. Vor, wie nach werden alſo Geſchichte, Geographie, Naturkunde und alle übrigen Lehrgegenſtände auf unſern Lektionsplänen prangen muͤſſen, und die ſo oft angeregte Concentration des Lehrſtoffes eine unlösbare Aufgabe bleiben. Ebenſo unausführbar be⸗ wies ſich bisher die Verringerung des Lehrſtoffes durch verſuchte Scheidung des Wichtigen vom Minderwichtigen; denn es iſt hier gar keine Grenze zu ziehen, da die Begriffe wichtig und minder⸗ wichtig höchſt relativ ſind. Wenn nun die heiden Mittel Concentration und Ausſcheidung bis jetzt in Realſchulen für nicht zuläſſig erachtet werden ſind, was iſt nun zu thun? Sol⸗ len die Realſchulen ſich in ſolche mit vorwaltender hiſtoriſch⸗ ſprachlicher und ſolche mit mathematiſch⸗naturhiſtoriſcher Tendenz theilen, oder ſollen ſie ſich zuerſt nach andern Mitteln zur Be⸗ wältigung ſämmtlichen Lehrſtoffes umſehen?

Ich denke, das Letztere wäre zunäͤchſt das Natürlichſte, und ich ſchlage demnach meinen Herrn Collegen zur Bewältigung des in Real⸗ und höheren Bürgerſchulen gebotenen Lehrſtoffes die