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riger Stellen in grammatiſcher Hinſicht; c. Ausarbeituug von Auf⸗ ſätzen nach aufgefundener Dispoſition; d. kurze Notizen über das Leben und Wirken der Verfaſſer. Zum Schluſſe chronologiſche Ordnung der gegebenen Notizen— kurzer Abriß der National⸗ literatur. 3) Franzöſiſch und Engliſch. Die fremden Sprachen werden beſonders mit Rückſicht auf geläufigen, ſchrift⸗ lichen und mündlichen Ausdruck gelehrt und deßwegen immer eine der neueren praktiſchen Methoden zu Grunde gelegt. 4) In der lateiniſchen Sprache, welche nicht für die Schüler ver⸗ bindlich iſt, ſollen dieſelben befähigt werden, einen leichten Claſſiker zu leſen und zu verſtehen. 5) Die Mathematik hat für die Realſchulen dieſelbe Bedeutung, wie die alten Sprachen für die Gymnaſien; beſonders iſt es ihre„logiſche Zucht der Gedan⸗ ken“, welche ſie, wie keinen andern Lehrgegenſtand geſchickt macht, die formalen Zwecke der Schule vollſtändig zu erreichen. Nachdem in einem propädeutiſchen Curſus die Schuͤler der zweiten Klaſſe zunächſt auf dem Wege der Induktion mit den Begriffen von„Körper, Fläche, Linie, Winkel ꝛc.“ bekannt gemacht wurden, tritt, ſobald ſich die logiſche Kraft derſelben in Begriffe⸗ und Schlüſſebildung äußert, der eigentliche Unterricht in der Geometrie auf. Die Lehrſätze aus der Identität, Gleichheit und Aehnlichkeit der Drei⸗, Vier⸗ und Vielecke und des Kreiſes werden mit dieſer Klaſſe noch durchgenommen und ihre praktiſche Seite vermittelſt der Anwendung zur Löſung vieler geometriſchen Aufgaben gezeigt. Der erſten Klaſſe werden alsdann die Sätze der Stereometrie und ebenen Trigonometrie mit vielfacher Anwendung zur Löſung ein⸗ ſchlägiger Aufgaben gegeben. In der Arithmetik umfaßt der Un⸗ tericht für die zweite Klaſſe die Lehre von den gemeinen Brüchen, Decimalbrüchen, die verſchiedenen Stufen der Einheitsrechnung mit vielfacher Anwendung auf Geſchäftsrechnung; für die erſte Klaſſe die 4 Rechnungsarten mit Buchſtabengrößen, Potenzen, Wurzel⸗ und Irrationalgrößen; Gleichungen vom erſten und zwei⸗ ten Grade mit einer und mehren Unbekannten, die Lehre von den Progreſſionen, den Logarithmen und deren Anwendung auf Zin⸗ ſeszinsrechnungen. 6) RNaturkunde und zwar a. Naturge⸗ ſchichte: Beſchreibung der wichtigſten Naturprodukte der 3 Reiche nach der oben angegebenen Weiſe mit Zugrundelegung der verſchie⸗ denen, der Anſtalt gehörigen Sammlungen*) und der bei den ein⸗ ſchlägigen Excurſionen geſammelten Eremplare. b. Naturlehre: Die Lehre von den flüſſigen und luftförmigen Körpern, von dem Lichte, Magnetismus und der GElektrieität mit Erklärung der be⸗
*) Die Anſtalt beſitzt eine der reichhaltigſten und ſchönſten Schmetterling⸗ ſammlungen, eine oryktognoſtiſche und geognoſtiſche Sammlung und eine Sammlung ausgeſtopfter Vögel.


