lm folgenden soll die Frage behandelt werden, ob in den Dramen Richard II., Heinrich IV., Heinrich V., Heinrich VI. und Richard III. die Sympathieen Shakespeares auf der Seite des Hauses Lancaster, oder auf der von dessen Gegnern stehen. Die erwähnten Stücke zerfallen in zwei Cyklen. Der eine umfasst die Dramen Richard II., Hein- rich IV. und Heinrich V.; der andere wird durch Heinrich VI. und Richard III. gebildet. Von diesen beiden Gruppen ist die letztere, in der die späteren Ereignisse dargestellt sind, zuerst entstanden. Die drei Teile von Ieinrich VI. erschienen um das Jahr 1590; Richard III. folgte etwa 1593. Richard II. entstand dagegen erst um 1594, Heinrich IV. fällt etwa in die Jahre 1596 bis 1598, Heinrich V. wurde bald nach dieser Zeit verfasst. Mit Rücksicht auf diese Verhältnisse soll hier der früher geschriebene Cyklus (Heinrich IV., Richard III.) zuerst behandelt werden, wenn auch die zugrunde liegenden Begebenheiten geschichtlich jünger sind, als die der späteren Stücke(Richard II., Hein- rich IV., Heinrich V.)
Die Shakespearekritik hat sich bis jetzt sehr wenig ausdrücklich mit der aufgestellten Frage beschäftigt. Der Standpunkt unserer namhaftesten Shakespeareforscher lässt sich jedoch aus der Behandlung einer anderen Frage er-— kennen, die schon sehr oft aufgeworfen wurde und deren Beantwortung zugleich eine Stellungnahme zu dem oben bezeichneten Problem bedingt, der Frage nämlich nach dem inneren Zusammenhang der beiden Cyklen. Fast allgemein herrscht hierüber folgende Meinung: Heinrich Bolingbroke
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