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vereinigen, ohne dass die Einzeldinge als solche verwandelt werden. Aus den verschiedenen Dingen mit heterogenen Eigenschaften wird Ein Ding, das als solches Eine Qualität hat, ohne dass die darin enthaltenen Dinge als solche ihre Qualität aufgegeben hätten, diese ist vielmehr latent, weil die Dinge nieht mehr selbstständige Existenz haben. Ich will ein Bei-
spiel anführen ¹). Wasser ist flüssig, Thon fest; beide lassen sich zu einer breiartigen Masse
vereinigen, die in ihrer Consistenz zwischen dem Festen und Flüssigen in der Mitte steht; weder das Wasser noch der Tlion ist dabei verwandelt worden; das neue Ding hat nur durch und in der Zusammensetzung eine neue selbstständige Qualität bekommen, die aus den Qualitäten der in ihm enthaltenen Dinge resultirt. Hier entsteht nun durch das Zu- sammentreten zweier gegensätzlicher Dinge ein neues mit wieder bestimmter Qualität, das dadurch auch wieder in die Gegensätzlichkeit der Einzeldinge eintritt. Werden nun aber in dieser Weise alle Dinge und also alle möglichen Qualitäten mit einander vereinigt, so findet jede ihren neutralisirenden Gegensatz ²). Als Gesammtresultat dieser allgemeinen Aus- gleichung kann sich nun Anaximander nicht wieder eine bestimmte Qualität irgend welcher Art denken, denn damit würde das Gesammtding wieder in die Reihe der individuellen Existenzen eintreten. Er glaubt vielmehr, es würde das Wesen dieses Gesammtdings(der uise e Kν⁵εν) in einem Mittleren zwischen allen Gegensätzen, in dem, was wir eine absolute Indifferenz aller Qualitäten nennen könnten, bestehen; das ist die tεοασαςααααιαοσς des Theophrast. Das rreloov ist also ein“, ein einheitliches, als Masse, als Wesen; es ist ein Vieles in seinen Theilen, weil die Einzeldinge in ihrer besonderen Eigenart in ihm ent- halten sind. Der Widerspruch darin löst sich dadurch, dass die Qualitäten, weil vom Ganzen ausgehend, erst mit der individuellen Existenz des einzelnen Ganzen hervortreten, alrend sie im allgemeinen Urgrund latent erscheinen ³).
Dis Eigenthümlichkeit des darεεοοeν besteht demnach darin, dass die locale le Vereinigung
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u) Man muss natürlich auch dabei unsere naturwissenschaftlichen Begriffe von Misehuug, Aufösung, chemischer Verbindung etc. bei Seite lassen.
²) Sehr treffend und klar erscheint hierzu für uns das von Zeller bei der Darstellung des Anaxa- goras(S. 671) gegebene Beispiel vom weissen Licht, das nach der neueren Theorie aus der Mischung aller farbigen Lichter entsteht. Man vergleiche überhaupt, was Zeller dort über die Elemente und weiterhin S. 675 über das Oαον νπαᷣντ bei Anaxagoras sagt.
³) Natürlich will ich damit nicht sagen, dass Anaximander selbst die ihn leitende Anschauung in der obigen Weise auch dargelegt hätten. Es scheint mir übrigens diese reconstruirende Zusammen- setzung des Unendlichen aus den Dingen, wie sie uns vorliegen, ganz wesentlich verschieden zu sein von der späteren mechanischen Naturerklärung, welche erst die Dinge selbst analysirte und so auf die klein- sten unveränderlichen Theilchen geführt wurde. Nicht also die Elemente der Dinge sind gemischt in dem dεεεοον, sondern die Dinge. Daher wird auch unsere Erklärung nicht widerlegt durch die allge- meineren Gründe, welche allerdings, wie Zeller S. 162 bemerkt, es unwahrscheinlich machen, dass die Ansicht, welche Ritter dem Anaximander zuschreibt, einer so frühen Zeit angehören sollte.— Auf den Inbegriff aller Dinge könnte sich auch wohl der Ausdruck»infinitas naturaes bei Cic. Acad. 2, 37, 118 beziehen; die Unendlichkeit der Natur für: die unendliche Natur, die unendliche Gesammtheit aller Dinge. ie n lo


