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Wechsel und vollendete Einheit? Zeller und Brandis müssten dies Zuriekführen entweder als eine Parallelé zwischen Gegensätzen auffassen— das lässt sich aber weder aus dem Ausdruck 8 rr AvM 60 ◻, noch aus den Worten el Je ris räy histy zr. rechtfertigen, oder sie müssten den Versuch des Theophrast als einen ganz verfehlten und missverständlichen zu bezeichnen, und so scheint Simplicius mit dem υνν einen Tadel gegen Theophrast auszusprechen, als ob sein Verfahren ein gewaltsames sei.
d Derselbe Simplicius zeigt ferner durch die vorhergehenden Worte æeiνοs ⁴αο—†ᷣοι 6 eO deutlich, dass wir den Thieophrast richtig interpretiren. Sie sprechen so entschie- den das reale Enthaltensein der Dinge im Urstoff aus, dass man sie auf den Anaxagoras hat beziehen wollen. Zeller findet diese Ansicht allerdings unwahrscheinlich, er hätte besser gesagt, kaum denkbar. Möchté auch gernos allenfalls auf das Nüherliegende sich beziehen, also hier auf das unmittelbar vorausgelende AvAαeεμαφeσ so macht doch das b Avar696 im folgenden mit dε eingeführten Satz, zumal da es an betonter Stelle steht, mehr wie wahrscheinlich, dass in diesem Satz ein anderes Subject auftritt, als im vorhergehenden:; auch pflegt man den Urgrund des Anaxagoras nicht so einfach mit ro drεεεον zu bezeich- nen, wohl aber mitunter den des Anaximander(cf. unten S. 23 ff). Dass also mit dem Erε*νο Anaximander gemeint ist, scheint gewiss. Indessen will Zeller jenen Worten als einem Plossen Zeugnis des Simplicius für Anaximanders Lehre gar keinen Werth beilegen. Es hat freilich eine persönliche Meinung des Simplicius in unserer Frage gar keine Autori- tütu) allein er hat doch ohne Zweifel den ganzen Zusammenhang der theophrastischen Stelle, aus der er wörtlich citirt, vor sich gehabt, und man darf ihm wohl zutrauen, dass er wenigstens den Theophrast verstanden hat. Wenn er also den Beleg: eueivo ⁴έςι erl. selbst xügesctet hat, so hat er ihn doch im Sinne des Theophrast erfunden. Ueprigens scheint es mir aucli viel richtiger, mit Brandis jene Worte für geradezu auch aus Theophrast geschöpft anzusehen. Schon ihre Stellung zwischen der Anführung, zal ratra Gnoun 6 O269ao, und dem wörtlichen Citat macht das wahrscheinlich, dann aber der gange Zu-, sammenhang. Man sieht bei weiterem Nachdenken, dass der Satz é=tiν⁵ς rl. nicht wohl bloss als Bégründung zu dem wörtlichen Citat erfunden sein kann. Theils sagt er mehr, als in den paar folgenden Worten verwerthet ist, theils auch weniger, als zur genauen Be- gründung erfördert. würde. Diese Incongruenz erklärt sich leicht, wenn man annimmt, dass Simplicius aus einer längeren Auseinandersetzung des Theophrast das, was ihm für den augenblicklichen Zweck die Hauptsache schien, in einem kurzen(wenn auch nicht sehr ge- schickt gemachten) Resuiné s0 geben wollte, dass er nur das Endresultat mit Theophrasts eigenen Worten einführte. Doch wie dem auch sei, soviel dürfen wir mit Gewissheit an- nehmen, dass Theophrast wie Aristoteles in dem dreson ein wirkliches Gemisch ülnlich dem des Anaxagoras sah.
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¹) cf. unten S. 15.


