Aufsatz 
Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens der Großherzoglichen Realschule zu Wimpfen a. Neckar am 2. und 3. April 1897
Entstehung
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Um die finanziolle Lage etwas günstiger zu gestalten, wurde das Schulgeld von Ostern 1880 an erhöht; es betrug von da an für die Vorschule 28 Mark wio seither, für die Klassen VI- III 48 Mark, für die Klassen II und I 60 Mark jährlich. Die Latein- schüler hatten 12 Mark mehr zu zahlen. Für die Schüler, deren Eltern Einwohner von Wimpfen waren, ermässigte sich das Schulgeld für den zweiten Bruder auf%¼, für jeden folgenden auf die Hälfte des zu zahlenden Betrags. Für die Aufnahme wurde eine Ge- bühr von 3 Mark, für das Abgangs- und Reifezeugnis von 5 Mark erhoben. Für die Schülerbibliothek hatte jeder Schüler einen Beitrag von 2 Mark zu leisten.

Im Schuljahr 1880/81 trat eine Veränderung ein, durch welche die Erinnerung an die alte Lateinschule äusserlich fast völlig ausgelöscht wurde. Es hatte sich im Laufe der Zeit gezeigt, dass die Verbindung einer Lehrerstelle mit der zweiten Pfarrstelle mit verschiedenen Missständen für die Schule verknüpft war. Auch war wegen der grösseren Frequenz der Schule(die Schülerzahl hatte 100 überschritten) und der dadurch notwen- digen Trennung seither kombinierter Lehrstunden eine Vermehrung der Lehrkräfte ein dringendes Bedürfnis geworden. Als daher Pfarrer Schneider im Juni 1880 als Pfarrer nach Gross-Rohrheim versetzt wurde, empfahl Grossh. Ministerium dem Kuratorium, bei dem Stadtvorstande dahin zu wirken, dass die zweite Lehrerstelle von der Pfarrstelle ge- trennt und selbständig errichtet werde. Infolge der gesteigerten Frequenz, der Ernöhung des Schulgeldes und der ersparten Remuneration von 100 Gulden= 171,41 Mark seien neue Mittel dazu nicht erforderlich. Der Stadtvorstand war mit dem Vorschlag einver- standen, hielt es jedoch für angezeigt, dass der Stadt vom Grossh. Oberkonsistorium eine Entschädigung dafür zuteil werde, dass der zweite Geistliche von der Verpflichtung, 20 Stunden Unterricht an der früheren Lateinschule, jetzt 16 Stunden an der höheren Bürger- schule zu erteilen, befreit werde. Nach längeren Verhandlungen zwischen den beteiligten Faktoren wurde ein Abkommen dahin getroffen, dass der zweite Geistliche künftighin den erforderlichen evangelischen Religionsunterricht(6 8 Stunden) an der höheren Bürger- schule unentgeldlich erteile und Grossh. Oberkonsistorium ausserdem noch 660 Mark Ent- schädigung an die Stadtkasse zahle.

Der Versuch des Gemeinderats, für die neu zu errichtende Lehrerstelle mit einem seminaristisch gebildeten Lehrer auszukommen, wurde von der Regierung zurückgewiesen, weil der Schule die Berechtigung, Befähigungszeugnisse für den einjährig-freiwilligen Militärdienst ausstellen zu dürfen, nur unter der Voraussetzung verliehen worden sci, dass ausser dem Dirigenten mindestens 3 akademisch gebildete Lehrer vorhanden seien. Darauf. hin bewilligte der Gemeinderat die nötigen Mittel(9. Dezember 1880), und mit Wieder- beginn des Unterrichts nach den Weihnachtsferien wurde die neue Stelle besetzt. In der Zeit vom Juni 1880 bis dahin hatten die Lehrer Landgraf, Ensgraber, Bauder und Engel den fehlenden Lehrer vertreten, wofür ihnen eine angemessene Vergütung aus der Kirchenkasse zuerteilt wurde.

Die zweite evangelische Pfarrstelle wurde erst im Februar 1881 wieder besetzt, und mit Beginn des Schuljahrs 1881/2 übernahm Pfarrer A. Petersen den Religionsunter- richt, den er 12 Jahre lang bis zur Niederlegung seines Pfarramtes erteilte. Mit dem Eintritt Petersens schied Dekan Scriba aus dem Lehrerkollegium aus, dem er von An- beginn an angehört hatte. Als Mitglied des Kuratoriums blieb seine schätzenswerte Kraft der Schule zunächst noch erhalten.

Aus dem Schuljahr 1881/2 ist eine reiche Stiftung zu erwähnen, die bedürftigen Schülern zu gute kommt,Gustav Hauber, Silberfabrikant zu Gmünd im König-