Aufsatz 
Ueber den Aias des Sophokles / von Wilhelm Büchner
Entstehung
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Die Stimmung, welche bei Aias' letztem Monolog hervortritt, ist sehr verschieden von der, welche der Chor und Tekmessa nach seinen Abschiedsworten bei ihm voraussetzen zu dürfen glaubten. Sie schlossen aus ihnen, Xias verzichte auf den Selbstmord, füge sich den Atriden und gehe an das Meer, um das Unglücksschwert zu vergraben und sich mit den Gôttern zu versöhnen. Welckers ausführlich begründete und auch von Nauck adoptirte Ansicht, die verkehrte Auffassung sei eine Folge der mangelnden Einsicht der Tekmessa und des Chors, Xias selbst sei an dem Missverständnis unschuldig, findet kaum noch Gläubige. Kann man sich wirklich denken, dass jemand 50 Verse lang von einem beabsichtigten Selbstmord redet, ohne dass seine Absicht gemerkt wird, wenn er nicht die Xbsicht hat zu täuschen? Man beachte doch einmal das Metrum: in den 46 Versen des Monologs findet sich nur ein Tribrachys. Die Rede erhält dadurch einen sehr ruhigen Charakter. Dass diese Ruhe aber erkünstelt ist, zeigt der folgende Monolog. Denn hier, wo Xias allein ist, und sich geben kann, wie er ist, hagelt es Xuflôsungen: 10 auf. 50 Verse.

Welckers Gegner pflegen seit Bonitz!) die Sache mit der Bemerkung zu erledigen, Xias spreche an einigen Stellen bewusste Lügen aus. Das ist von vornherein sehr unwahr- scheinlich. Wozu hätte denn Sophokles die Zweideutigkeit in 4 Versen mit bewundernswerter Kunst durchgeführt, wenn er in 2 Xias zur offenbaren Lüge greifen liesse? Bei den Eingangsworten. Aαννν νέ HHανρ νακνονεε,ευιοωνι νουνοε †oet t doν-ναα ᷣαν ςαάἀνe rerat

denkt Xias an sich und seinen Tod; das würden zweifelsohne auch seine Angehôrigen thun, wenn er nicht hinzufügte. X00 E0' AeAO, OO5v,IAN' AioXstat T6 Set7DS XS Xal stOXeAes pves.

Xias kommt hier auf ein weiteres Beispiel für den ausgesprochenen allgemeinen Satz über den Wechsel des Irdischen zu sprechen, nämlich auf die Veränderang, die Tekmessa in seinem Wesen hervorgebracht hat.Bei diesem Wechsel, meint er,muss man auf Xlles gefasst sein:²) wie der Eid sich als Meineid zeigt, so wird ein starrer Sinn bezwungen. Die Zuhôrer aber unter dem Bann des 05 ¼ 50' AeAntoy 05056äv, das sie fürnichts ist hoff- nungslos nehmen, meinen, Xias rede in den vier Versen nur von einer Xenderung seines Sinns. Die Veränderung schildert Xias mit den Worten

XAν εναρ, ds Setv aανοαέςου due Ba*) Sno;s 68, SdXvDv Sreua xꝰ võods vis Tuες. 0ixtiot e w NIbay nas*ννινσσες ανε x? Atwek. AA Sh ς te Xouto α απνορασνάκꝓον XetHCyXs x. t. A.

Hier überhört der Chor das wichtige orohx, durch das Xias andeutet, dass sich die Ver- änderung nicht auf sein Inneres, sondern nur aufdas schonungsvolle Reden bezieht, und versteht: Mich jammert sie als Witwe und das Kind als Waise zurückzulassen,(deshalb thue ich es nicht), sondern will mich mit der Gôttin versöhnen. Aias- aber sagt: ich

¹) Z. f. 5. G. 1860 p. 43 ff. ²) Vgl. Archiloch. frg. 74(71) IOnhGrGy eArroy 055 v 304» 005*q ACLOov 05 αωπ Gέ6)+DOSn rs³) cod. Ba†αmæ Da das mit dem Vorhergehenden nicht verbunden werden kann, so pflegt man es seit alter Zeit zum Folgenden zu ziehen. Nach Paehlers Ausführungen(zuletzt Wiesbadener Programm 1892) kann im Ernst nicht mehr bestritten werden, dass das ohne Aenderung auch nicht möglich ist. Mit P.s 3vI kann ich mich freilich nicht befreunden, zumal td Ʒt να2νανεειμιοο wie es genommen wird. pein vager ganz und gar nicht t effender Ausdruck ist(Nauck). Nach Einsetzung des Accusativs ergibt sich der Gedankeauch ich, der eben noch das Unglück ertrug wie Eisen die Löschung. ward durch dies Weib erweicht zu einem sanften Redner. Das Tertium ist doppelt.