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Odysseescholion geschilderten vergleichen, so erscheint die Darstellung dort ctwas abenteuer- lich, hier weit natürlicher. Welckers Vermutung, die letztere sei die ältere und von dem Dichter der kleinen Ilias verändert worden, weil er neu sein wollte, ist überaus ansprechend.
Die Betrachtung der beiden Epen führt also zu dem Ergebnis, dass es sich nicht um die Frage handelte„wer ist der Tapferste?“ sondern„wem ist die Rettung von Achilleus Leiche zu verdanken?“ Nicht Redegewandtheit, sondern die Lösung dieser Frage gibt in beiden Fällen den Xusschlag, und es lässt sich nicht beweisen, dass die Streitenden vor den Richtern auf ihre sonstigen Verdienste zu sprechen kamen. Zweitens weiss das Epos von einer Ungerechtigkeit oder gar einem Betrug der Richter nichts. Die verhörten Zeugen sind doch vollständig unparteiisch. Damit harmonirt die Tendenz der kleinen Ilias, die Odysseus in den glänzendsten Farben schilderte und ihn die Waffen bald darauf edelmutig an Neoptolemos abtreten liess. Ubrigens ist sich Odysseus auch in der Odyssee keines Un- rechts gegen Aias bewusst.
Eine von der Darstellung des jonischen Epos stark abweichende Nuffassung des Waffenstreits finden wir zuerst bei Pindar. Die Thätigkeit bei dem Kampf um die Leiche steht bei ihm zwar noch im Vordergrund, aber die Streitfrage ist bereits verschoben, indem er die anderen Thaten der Helden hereinzieht. Das Urteil war ungerecht, denn, so ruft er aus:
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Die Redegewandtheit des Odysseus, gegen dessen schimmernde Lügen der Qηοw
Aixc nicht aufkommen konnte, und Neid der Richter hat sie veranlasst, in geheimer Ab- stimmung die Waffen dem Aias abzusprechen.²) So ist sein Tod eine Schmach für alle Hellenen, die nach Troja zogen.¹)
Die Abweichungen Pindars von der Darstellung des Epos sind wohl bemerkt, aber nicht erklärt worden.“) Es ist doch bekannt, dass die Dorer nicht allein ihre Helden wie z. B. Herakles im Gegensatz zum Epos in den Vordergrund zu stellen suchten, sondern auch an der Sagengestaltung, die das jonische Epos gab, starke Correcturen im eignen Interesse vornahmen. In den dem Hesiod zugeschriebenen genealogischen Epen, bei Stesichorus und Pindar erkennen wir diese Tendenz. Der dorische Chauvinismus, der die Greuelthaten im Haus der Pelopiden ausdachte,“) musste sich auch des Schicksals und der Personlichkeit des Xias bemächtigen, sobald'er Aakide, d. h. Dorer geworden war. Hesiods Eöen, in denen diese dem Homer fremde Genealogie sicher stand, berichteten von der durch Herakles bewirkten Unverwundbarkeit des Aias.“) Uber seine Niederlage beim Waffenstreit einem Schurken wie Odysseus gegenüber, der seinen Namen nur der Kunst Homers verdankten).
¹) Nem. VIII 47 ff. ²) Ibid. 40, VII 25. ³) ISthm. III. 59. ¹⁴) S. J. Schmidt, Ulixes Posthomericus in Berl. Studien II 442. ⁵) Robert, Bild u. Lied 188. ⁶) Schol. zu Pindar, Isthm. V 63. Man wollte im Altertum die Unverwundbarkeit auch bei Homer finden. Prüfung der betr. Stellen führt zu dem Resultat, zu dem bereits Aristarch gelangte bro ο5 α νοο 5 Alas 1.ννꝗ 7Oy(schol Venet. A zu E 404), An die Sage von der Unverwundbarkeit des Aias schliesst eine seltsame Erzählung an, die in der Hypothesis erwähnt wird. Den Troern war geweissagt, sie könnten Aias nur mit ηα treffen. Sie verstanden das Orakel wörtlich, aber Aias warf den Schutt von sich ab, (schol. Victor zu Ilias XIV 405. Eusthat. p. 995, Sophron frgm. 44) Die Sache lief sicher darauf hinaus, dass unter dem λα die φρα⁵ verstanden waren, mit denen troische Gefangene als Richter(l!) Aias zum Selbsmord brachten. Dass man mit solchen späten Geschichten nicht Sophokles erklären kann, wie es van Leeuwen, comm. de Aiacis Soph. integritate p. 71 f. versucht hat, dürfte klar sein.) Nem. VII 30 fl.


