Aufsatz 
Ueber den Aias des Sophokles / von Wilhelm Büchner
Entstehung
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Die kleine Ilias erzählte also: Nach Achilleus Tod wurde seine Leiche von Aias aus dem Kampf getragen, Odysseus deckte ihn dabei(schol. Xristoph.) Thetis bestimmte(wahr- scheinlich weil Achilleus erste Rüstung für den Scheiterhaufen genügte), dass die von ihr ge- schenkten Waffen dem zufallen sollten, der sich bei der Bergung der Leiche als der Tapferste gezeigt habe( 546 und Hypothesis zu Aias). Aias überzeugt, dass er das sei, weil er die Leiche gerettet habe, schreitet sofort auf die Waffen los, Odysseus tritt ihm ent- gegen(Vasenbilder). Die Hleerführer verhindern Thätlichkeiten und unterwerfen die Sache einem Gericht'¹). Ueber die Gerichtsverhandlung in der kleinen Ilias berichtet das schon benutzte Scholion zu AristophanesRittern. Da die KRichter unschlüssig sind, werden auf Nestors Rat Späher unter die troische Mauer geschickt, um zu erforschen, wie die Troer, die von dort aus zuschen, über den Streit denken. Die Späher hôren dort ein Mädchen einem andern, das des Aias Verdienst bei der Rettung der Leiche rühmt, Adrvãs Oowolg erwidern xxα νκναᷣ υν m4£μέ dos, Enet zey 3ue dvadein. Diese Aeusserung) wird den Richtern hinterbracht und veranlasst sie, dem Odysseus die Waffen zuzusprechen. Diese zpiots, bei der einzig und allein nach der Thätigkeit der Helden im letzten Kampf gefragt wird, ist ein neuer Beweis dafür, dass es sich nicht um die Entscheidung handelt, wer der Tapferste überhaupt sei.

Für die Rekonstruktion dieses Abschnitts der Xethiopis pflegt man die Scholien

zu 547 zu verwenden. Am ausführlichsten ist der farleianus, der zu dem Vers natdes TOG6ον Sixæαναα νꝑ xx, IHaAas XDw, bemerkt:! roo Tgss Gs des Aytt» a! uOTVGy 5E de waldss. Oi BeTÓ T'4VES*) ondO2uc örs Akas e ree XyIAXLG« doase. ad'ete XOHloαν νο. 7 2⁸ la T0y TXANIECv. uxrsvOS 6 ATAε[*νν S65a dareο⁶ Laριοαν άσαι õνι s 16y XXN05 5NXV dct SSobV 2lxXos r6, TO6ν μφάφυννν ρμο IDSV O, T Vc HA⁴*.X.y E'ui,dzy. i6vCGV 56 e,O5 L Axππν XaAe SevO, xr Tey Iιαναονν χοννκννεες]) tav KXSora AIGavta dods Sy ods ka S5ds rcOvGεσε 5X. Die Darstellung, die hier vorschwebt, ist von der der kleinen Ilias verschieden. Um jeden Schein der Parteilichkeit zu meiden, ruft Agamemnon als Vorsitzender eines Gerichts(25 0 die bei dem Kampf um die Leiche gefangenen Troer herbei und fragt sie, welcher IIeld ihnen am meisten geschadet habe(natürlich in diesem Kampf). Auf die Antwort Odysseus, werden diesem die Waffen zuerkannt.

Dass wir hier die Version der Athiopis hätten, lässt sich nicht strikt beweisen. Die Angaben in den Homerscholien, die mit den Worten 7 lo ορα αααzπνονα detva anfangen, sind häufig unzuverlässig, am unzuverlässigsten die Präscripte*). Aber trotzdem ist es unverkennbar. dass hier eine gute Ueberlieferung vorliegt. Erstens erscheinen die Troer nicht als Kichter. sondern als Zeugen ebenso wie in der kleinen Ilias. Vom 4. Jahrhundert an dominirt aber die alberne Idee, Trojaner hätten als Richter im Kreis gesessen, weil in der Odyssee stand ( 547) nοεπςα d Tυνν tνᷣανααν æ IIaAAa XT-, und die kleine Ilias, deren Kenntnis der Dichter dieser Stelle voraussetzt, mehr und mehr verscholl. Zweitens wird auch in dieser Version der Streit des Aias und des Odysseus nicht als ein Streit über die Tapferkeit über- haupt, sondern über die in dem Kampf um die Leiche bewiesene behandelt. Wir werden aber sehen, dass etwa vom Jahre 400 an der Streit in der Litteratur ganz anders dargestellt zu werden pflegt. Drittens, wenn wir das Waffengericht der kleinen Ilias mit dem in dem

¹) Hiermit ist die Lücke, die oben(p. 2) in der Erklärung von Aias v. 1135 gelassen we den musste, ge- schlossen. Menelaos verstehtDu brachtest Aias um die Waffen, indem Du cine Abstimmung veranlasstest. Teukros aber will durch qrνπꝓροναοινᷣςα den Vorwurf andeuten, jener habe durch Beeinflussung oder etwas KhnlichesStimmen ge- macht. ²) Oder eine ähnliche. Denn wahrscheialich ist der schnöde Doppelsinn erst durch Aristophanes hereinge- bracht. 3) cod. ovend'svrsg. Die Aenderung trifft jedenfalls den Sinn.) Dieses Wort, das schol. HI. u. Q. auslassen, muss aus den andern Scholien und Eusthatius p. 1698 eingesetzt werden, weil der Acc. c. Infin. nicht von stnvtcy abhängig sein kann. DieGefangenen können doch nicht etwas antworten, was sie nicht gefragt sind. Buttmanns Aenderung 5xsv ist also unrichtig. 5) S. Schwartz de scholiis Homericis, N. Jahrbücher suppl. XlII. Dass die ausführliche Geschichte später ange- hängt worden ist, erkennt man hier ganz deutlich. Denn sie passt gar nicht zu dem zu erklärenden Vers.