den sich widersprechenden Angaben der modernen Erklärer. Die einen behaupten nach Döderleins!) Vorgang, das(rericht hätte darüber entscheiden müssen, wer dem Heer am meisten genützt habe, gewöhnlicher ist die Annahme, die Waffen seien für den Tapfersten ausgesetzt worden. jenes tritt als beweislose Behauptung auf, dieses begründet man mit Worten des Chors, der(934 ff.) sagt, das Unglück habe angefangen vος dοειειωνν 0- önAcy Exett Gy wgt. Dass aber die Erklärung einiger Scholien οεινσαιννκι πηπωωννν αμεεννυν dis εεεοσς ααναƷ Leioa wertlos ist, und dass nur übersetzt werden kann„der gewaltige Nampf“(Tewaro; schol. Laur.) oder„der Kampf der Tapfersten“, liegt auf der Hand. Auf die Formulirung der Frage lässt sich also aus dieser Stelle nicht schliessen. Denn wenn man auch die zweite Deutung vorzichen mag, so brauchte es sich doch bei einem Streit der tapfersten Helden nicht notwendig um die Frage zu handeln, wer der Tapferste war.
Mit grösserem Recht kann für diese Xnsicht geltend gemacht werden, dass Nias sagt(v. 443)
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00 Ay Tis ot' ELxMꝓνέκ Aοs v“ ο0. Der Text an dieser Stelle ist zwar schwerlich unversehrt, dass ρνοσ Ʒεietsia den Vorzug der Tapferkeit bedeute, glaube wer kann. Aber NXenderungen werden schwerlich einen anderen Sinn ergeben. Es scheint sich also thatsächlich um die Frage gehandelt zu haben. wer der Tapferste war. Das steht aber in Widerspruch mit v. 1338 ff. Hier giebt Odys- seus ruhig zu, dass Xias nach Xchilleus der Tapferste im ganzen Heer gewesen sei:
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Tpoiav ꝓειμέυιμεο ρ ,αμιινm⁊‿ðeænIwuAéos. Und trotzdem bei Odysseus keine Spur von Reue! Wenn er gleich darauf als Vertreter des Guten Agamemnon in ernster Stunde zuruft:
a Arpeis, eεεοιν rots L, ols, dann müsste ihm ja jeder in's Gesicht lachen, wenn er eingestandenermassen die Frucht eines Betruges oder einer Ungerechtigkeit genösse.
Die Betrachtung des Stückes führt also zu einem Dilemma. Es ist selbstverständ- lich, dass dasselbe für die Athener nicht bestand, weil ihnen eine andere Fassung der Sage geläufig war als uns. Diese Fassung gilt es wieder herzustellen.
Aristophanes parodirt in den„Nittern“ Verse aus der„kleinen Ilias“, die sich auf das Waffengericht bezogen*). Die Darstellung dieses Epos war also in Attika populär. Das Thema war auch in einem andern der kyklischen Gedichte, der Athiopis, behandelt und die Odyssee nimmt an mehreren Stellen auf die Sache Bezug. Die Rekonstruktion der ver- lorenen Epen ist durch die neuere mythographische Forschung, welche die Autorität der sogen. Epenexcerpte des Proklus gestürzt hat, sehr erschwert, da sie nun unabhängig von Proklus und Welcker unternommen werden muss:).
Durch das Scholion zu der erwähnten Xristophanesstelle steht fest, dass in diesem Epos Xias den Leichnam des Achilleus aus dem Kampf trug, während Odysseus die nachfol- genden Trojaner abwehrte“¹). Auch die Odyssee kennt die hervorragende Beteiligung des Odysseus an der Bergung der Leiche(s 388 ff.) Und demgemäss berichtet auch Proklus
¹) De Sophoclis Aiace, Reden und Aufsätze I p. 331. ³) 1056 sq. und schol. ³) Nach Bethes Darlegungen (Hermes 1891) scheint mir wenigstens ein anderer Weg nicht möglich. ¹⁴) Dass die kleine Ilias nicht mit dem Waffen- gericht anfing(wie Proklus angiebt), sondern auch die früheren Ereignisse enthielt, wird zur Zeit wohl allgemein zugegeben.


