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Wirkungen haben müssen, in einer anderen Rede aber diesen Grundsatz gerade für den Staat nicht gelten lassen; er hätte nicht behauptet, dass die Staaten dadurch ihre Macht erhalten wodurch sie dieselbe erwerben und den Athenern angerathen, die Seemacht preiszugeben; er hätte nicht in einer Rede der Ueberlieferung über den troischen Krieg die Glaubwürdigkeit absprechen und auf Busiris und Helena Lobreden schreiben können; er hätte nicht sein Idealbild eines Herrschers und Staates in den Nikoklesreden und der Euagorasrede monarchisch entwickeln, ja sogar ägyptische Zustände loben können und daneben noch den Ausspruch erheben, ein wahrer Republikaner zu sein, Ein- mal hat er ja den eigenen Widerspruch gefühlt und selbst den Versuch gemacht, sich zu rechtfertigen. Man darf nicht entgegenhalten, dass derartige Reden durch die Ver- anlassung und den Zweck hinlänglich entschuldigt, ja ge- rechtfertigt seien und dass den Worten des Redekünstlers nicht immer diese Wichtigkeit beizulegen sei.
Isokrates hat den Anspruch erhoben, durch seine Lehre sein Volk zu bessern; seine Reden sind eben seine Thaten. Und wollen wir auch absehen von Schriften wie Busiris und Helena, obgleich deren Wichtigkeit für seine Stellung zur Zeit evident ist, so bleibt immerhin genug Stoff, seine Sache zu verdächtigen. Seine allgemeine Bildung ist eine blos sophistische. Man kann das aus dem erkennen, was er über die Götter sagt.
Isokrates steht dem Glauben des Volkes durchaus nicht feindlich gegenüber; ja er hält die evo&dcıa für eine der nothwendigsten Tugenden und fordert auf, sich vom allge- meinen Volksglauben und dem öffentlichen Kult nicht zu entfernen. Und doch macht er zahlreiche Bemerkungen über das Wesen der Gottheit, die ganz der Sophistik ent- lehnt sind, und wenn er sie oft auch nur als Meinung an- derer einführt, so bekämpft er sie nicht und beweist höch- stens, dass er keine eigene Meinung hat.:
Wie er in der Busirisrede die Dichter abkanzelt, welche Schlechtes von den Göttern erzählen, ist schon bemerkt.
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