z—_ 4:— wird, ist ja eben die Macht des Wortes, das&ö pooveiv und ed A£ycır, was Isokrates meint, die gıAooopie.
Dies Wort gebraucht Isokrates, wie wir schon mehrfach gesehen haben, ganz speciell von seiner Beredtsamkeit; wenn es auch an einigen Stellen sich nur auf allgemeine wissenschaftliche Studien beziehen lässt, so hat er doch seine Lehre als wahre Philosophie der Sophistik gegenübergestellt.
Er merkt nun allerdings nicht, dass'er durch eine so einseitige Definition ebenso ins Abstruse gerathen ist, wie etwa Diogenes der Cyniker und doch nicht über die so- phistische Anschauung von Beredtsamkeit hinauskommen konnte. Und darin liegt ein ganz bedeutendes Moment für die Beurtheilung des Isokrates. Er, der Todfeind der Sophisten, der Verächter und Bekämpfer der ganzen wis- senschaftlichen Bewegung seiner Zeit, ist durch und durch Sophist. Er, der das ganze Unheil der Zeit aus dem Treiben der Sophistik ableitet, hat gerade die äusserste Consequenz aus dem Prineip der Sophistik gezogen, das eben ‚das Reden‘ war. Aus seinem Umgange mit Sokrates sind ihm allerdings die Schwachheiten der Sophistik bekannt ge- worden; aber einerseits hatte er zu wenig Kenntnisse und zu wenig philosophischen Sinn, um den wissenschaftlichen Gehalt der Sophistik zu würdigen und den Schlüssel zu finden, der ihm das Verständniss für die Wechselbeziehung zwischen Wissenschaft und Leben erschloss, andererseits war er gerade besonders glücklich angelegt, um das ‚Rä- sonniren‘, das der sokratischen Methode ebenso eigen war, wie der sophistischen, in ein System zu bringen und zur r&yvn auszubilden,
Wenn wir ihm nun auch insofern Recht geben müssen, als er behauptet, die Sophistik habe die Grundlagen des Staates erschüttert, so müssen wir ihm doch zum bittern Vorwurf machen, dass er die Entwickelung, die grossartige geistige Bewegung nicht erkannt hat, welche sich unter sei- nen Augen vollzog. Würde er allenfalls nur die Schwätzer meinen, die sich gross dünken, wenn sie über Insekten oder Salz eine Rede halten können, die in angemasster


