Aufsatz 
Die Pädagogik des Isokrates
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nn ER a

hauptsächlich mit solchen Sagen sich befasste, wurde in Stücke zerrissen.

Wenn man nun auch in einer solchen Rednerei, wie Busiris eine ist, die Worte nicht so auf die Goldwage legen darf, die Geringschätzung der Poesie bleibt.

In der Einleitung zu Euagoras redet er ein Langes und Breites von den Vorzügen einer ‚Lobrede: andere Künstler sorgen nur für ihren eigenen Ruhm, die ‚Rede allein macht den Verherrlichten unsterblich. Er lässt herausblicken, dass alle die poetischen Verherrlichungen der trojanischen und vorausgehenden Zeit ziemlich«wenig Bedeutung haben. Jene Geschichten seien von sehr zweifelhafter. historischer Glaubwürdigkeit! Wolle man seinen Zeitgenossen nützen und ihnen Musterbilder der Tüchtigkeit vorführen, denen sie nachstreben könnten, müsse man hervorragende Zeit- genossen wählen, wie eben den Huagoras. Es sei dies der erste Versuch, drum sehr schwierig: denn den Dich- tern stehe viel Zierrath zur Verfügung. Sie können die Götter unter die Menschen bringen, sie mit wem sie wol- len sich unterreden und zur Hülfe verbinden lassen, und stellen das nicht nur mit den gewöhnlichen Ausdrücken dar, sondern mit fremden, neuen, bildlichen und durchwirken mit allen schmuckreichen Formen die dichterische Darstellung. Die Redner haben nichts von all dem: sie müssen sich in allgemein üblichen Ausdrücken und dem zur Sache gehö- rigen Gedankenkreis bewegen. Zudem ist alle Darstellung jener metrisch und rhythmisch, und dies hat so grosse Anmuth, dass sie, wenn es auch mit Ausdruck und Ge- danken schlecht steht, durch schönen Tonfall und metrische Gliederung die Hörer bewegen. Dies lasst sich leicht be- weisen: denn wenn man auch berühmte Gedichte in Prosa auflöse,(die poetischen Worte und Gedanken aufgebe und das Metrum auflöse) so werde sich herausstellen, dass sie weit hinter ihrem Ruhm zurückbleiben.

Man erkennt, welchen Vorzug Isokrates der Rede ge- genüber der Dichtung einräumt: er betont gerade den erzieherischen Einfluss, wenn er den andern redenden