Aufsatz 
Die Pädagogik des Isokrates
Entstehung
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wir haben ihn schon mehrfach äussern hören, dass wahrer Reichthum nicht auf Geld beruhe, dass ein guter Name mehr werth sei; dass für einen Lehrer die Tüchtigkeit und Auszeichnung seiner Schüler der schönste Gewinn sei, sagt er Antid. 220. Reichthum wird nur zu oft auf ungerechte Weise gewonnen, und ein mittlerer gesicherter und durch Arbeit und Tüchtigkeit erworbener Besitz ist mehr werth. Doch hat er ganz richtig erkannt, dass volle Besitzlosig- keit an gar vielen Schäden des Staatslebens die Schuld tragt; darum hat er, ohne einen gewissen Idealismus auf- zugeben, gerechte Würdigung fürdiese materielle Seite des Lebens. Er weiss es von sich mit besonderer Befrie- digung hervorzuheben, dass er in geordneten Vermögensver- hältnissen lebt, er mag mit besonderer Genugthuung auf manchen armen Schlucker seines Standes herabgesehen ha- ben, der nicht aus Schulden herauskam er betont es, dass er sein Vermögen durch seine Arbeit und zwar aus der Fremde sich erworben habe; er fordert einen umsichtigen Regenten dazu auf, den Bürgern die Arbeit gewinnbringend, sie selbst wohlhabend zu machen. Für Griechenland hofft er gerade aus einem Perserkriege neue Quellen des Wohlstands. Ueber den Werth der Gesetze haben wir ihn schon gehört. Neu sind in der angezogenen Stelle die srapgnoia, die Be- ziehung zu Freund und Feind, die Bedeutung der Dichter,

Ueber die Bedeutung der Freundschaft hat die nämliche Rede eine Stelle, die genügende Aufklärung gibt 2729: Mach dir zu Freunden nicht jeden beliebigen, sondern den deiner Natur würdigen, nicht den angenehmen Gesellschaf- ter, sondern den für die Staatsverwaltung brauchbaren Mann. Prüfe genau deinen Umgang, denn der Fernstehende wird dich nach diesem beurtheilen. Suche Treue nicht bei denen, die jede deiner Reden oder'Thaten loben, son- dern die deine Fehltritte tadeln. Gewähr verständigen Männern ein freies Wort, damit du in zweifelhaften Fällen Rathgeber hast. Unterscheide gewandte Schmeichelei und herzliche Dienstfertigkeit, damit nicht Schlechte vor Guten Vorzug haben. Höre zu, wenn sie über einander reden,