Aufsatz 
Die Pädagogik des Isokrates
Entstehung
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Geld heraus. Prozesskrämerei und Richterstellen sind eine Erwerbsquelle; es fehlt nur, dass die Leute gar in den Gerichten wohnen. Neid: und Noth haben die Leute so verwildert und verhetzt, dass sie nicht Schlechtigkeiten, sondern Wohlstand bekämpfen, nicht nur die ehrenwerthe- sten Männer, sondern auch die besten Bestrebungen hassen, den Verletzern des Rechts Hülfe und Nachsicht gewähren und die Beneideten zu Grunde richten, wenn sie können. Es ist gefährlicher, reich zu scheinen, als offen Unrecht zu thun. Es gibt mehr Leute, die um Hab und Gut ge- bracht, als wegen Verbrechen bestraft sind. Es ist allbe- kannt, dass Leute, die nichts besitzen, als eine fertige Zunge, Sykophanten sind und denjenigen angreifen, der bezahlen, aber nicht reden kann. Und mancher zieht vor, dem Sykophanten Geld zu bezahlen, als sich vor den Ge- richten herumziehen zu lassen.(Antid. 20 24.38. 142. 160. Eyth. 5. Kallim. 10.)

Ein Staat, über dessen Gerichtswesen so schwere An- klagen nicht ohne Grund erhoben werden konnten, musste allerdings ungesund sein. Isokrates weiss sonst noch gar viel zu klagen. Ich will, als für gegenwärtigen Zweck zu fernliegend, nur kurz berühren, dass er in seiner Friedens- rede die Seeherrschaft als das Grundübel der athenischen Zustände bezeichnet und die Athener mit vollem Ernste auffordert, sie aufzugeben; das sei die einzige Bürgschaft des Friedens, und auf dem Frieden beruhe das volle Glück des Staates. Er verurtheilt in schärfster Weise die athe- nische Kriegspolitik, das Söldnerwesen, die Ordnung und Leitung, vielmehr Unordnung und Missleitung ihrer innern Angelegenheiten, und begründet seine Meinung von der Verwerflichkeit der Seeherrschaft mit dem merkwürdigen Satze:

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