Aufsatz 
Die Pädagogik des Isokrates
Entstehung
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ein anständiger Sklave gewagt. Würdevollen Ernstes, nicht der Gemeinheit befleissigten sie sich. Witzbolde und Spass- macher, die man jetzt geistreiche Menschen nennt, hielten sie für armselige Narren.

Isokrates will nun für diese Uebelstände nicht die Ge- genwart, sondern die Vergangenheit verantwortlich machen, welehe den Areopag aufgelöst hat. Denn als dieser noch an der Spitze des Staats stand, seine Aufsicht führte, gab es nicht so viele Prozesse und Beschwerden, Steuern, Ar- muth und Krieg, sondern die Bürger lebten ruhig mitein- ander und hielten Frieden mit allen, den Griechen treu, den Persern furchtbar. So lebten sie in solcher Sicherheit, dass die Häuser und Einrichtungen auf dem Lande schöner und prächtiger waren, als in der Stadt, und viele Bürger nicht einmal zu öffentlichen Aufzügen hereinkamen, sondern vorzogen, eher auf den eigenen Besitzungen zu bleiben, als vom Staatsgute zu profitiren. Schaustellungen machten sie dann, kam einer einmal, nicht üppig und übermüthig, sondern in vernünftiger Weise. Denn nicht nach Aufzügen, nicht nach Chorsiegen, nicht nach anderen solchen Gross- thuereien beurtheilten sie das Glück, sondern nach der vernünftigen Art, das öffentliche und private Leben zu führen, und danach, dass kein Bürger das Nothwendige entbehre. Denn welcher vernünftige empfindet unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht tiefen Schmerz, wenn er sieht, dass viele Bürger, nur um die nothwendigsten Subsistenzmittel zu bekommen, um einen Richtersitz das Loos ziehen, und doch jeden griechischen Matrosen unter- halten lassen wollen, in goldenen Gewändern Festtänze aufführen, in ganz unaussprechlichen.den Winter zubringen.

Solehe Verhältnisse gab es zu Zeiten des Areopags keine: denn er steuerte der Noth der Armen durch Arbeit und Unterstützung von den Besitzenden, der Zuchtlosigkeit der Jugend durch Beschäftigung und selbstthätige Streb- samkeit, der Habsucht der Beamten durch Strafen und Auffindung des Thäters, der Apathie der Alten durch

politische Ehren und Achtung bei der Jugend. Kann es I1*®