Aufsatz 
Die Pädagogik des Isokrates
Entstehung
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Ems

allein überwanden und in solchen Ruf der Gerechtigkeit kamen, dass die Hellenen ihnen freiwillig die Seeherrschaft übergeben hätten; die Stadt aber hätten sie zu solcher Macht gebracht, dass es keine Uebertreibung, sondern ein wahres Wort sei, sie die Capitale von Hellas zu nennen.

Zu diesen Stellen, welche beweisen, wie enge Isokrates Staat und Erziehung sich verbunden dachte, tritt mit vollem Gewichte die siebente Rede, welche als Heilmittel für die Schäden der Zeit, namentlich für die Hebung der öffent- lichen Erziehung die Wiedereinsetzung des Areopags in seine frühere Stellung in Vorschlag bringt.

Ich hebe zunächst jene Stelle aus, in welcher er die alte und neue Erziehung nebeneinander stellt,

Nachdem er Areop. 38 die sittliche Kraft, welche dem Rathe der Areopagiten innewohne, betont hat, fährt er ungefähr fort: Dieser Rath also hatte die oberste Sitten- aufsicht; er war der Meinung, dass man in grossem Irr- thum befangen sei, wenn man die besten Männer da zu finden glaube, wo die detaillirtesten Gesetze sind; dann dürften nur die Hellenen die Gesetze von einander ent- lehnen, um alle gleich gut zu sein. Aber nicht daher komme sittlicher Fortschritt, sondern von guter Gewöhnung des Lebens(von täglichen Beschäftigungen); danach bilde sich der Charakter der Menge. Zahlreiche und detaillirte Gesetze seien das Zeichen eines ungesunden Staatslebens. Nur wenn man einen Damm gegen die Vergehen errichte, werde man genöthigt, viele Gesetze aufzustellen. Bei einer guten Regierung brauche man nicht die Hallen mit Ge- setzen anzufüllen, sondern den Sinn für Recht in der Seele haben. Nicht durch Volksbeschlüsse, sondern durch den Charakter werden Staaten glücklich, und schlecht Erzogene verletzen auch die genauesten Gesetze, trefflich Gebil- dete verharren mit festem Entschluss auch auf einfachen Satzungen. Solche Ueberlegung veranlasste sie auch, nicht zuerst auf Strafe der Unordentlichen zu denken, sondern auf Mittel, strafwürdige Vergehen zu verhindern.

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