Schwierigkeiten zu heben, begab sich Hofprediger Bröske noch einmal auf die Reise. Wir besitzen den Brief, den er nach seiner Rückkehr an die gräflichen Räte geschrieben hat und bringen ihn nachstehend zum Abdruck.
Nr. 8. Brief Bröskes, Original. Hochfdle Gestrenge und Hochgelehrte, Meine sonderß Hochgeehrte Herrn.
Nachdem ich durch Gottes Gnade wieder zurück kommen, wäre es meine schuldigkeit, eine völlige relation meiner Verrich- tungen abzustatten. Weilen ich aber eine Ungemeine beschwerliche Krankheit auf der rückreise, welche deßwegen auch länger gedauert außgestanden, so daß ich mich von wagen zu wagen, auch von schiff zu schiff habe müßen leiten und führen laßen, da ich in der frembde krank zu liegen nicht resolviren konte, und diese krankheit mir noch hart anhanget, daß ich mich recht anzukleiden und aufzustehen nicht getraue, die feder viel weniger recht brauchen kann, alß kompt es auf die frage an, wie ich etwa durch jemand anderß meine relation, die nötig ist und große eyle hat, an gebürenden örtern könne vor— tragen laßen? Weilen auch über dies wegen unserer schul-— gelder etwas nötiges zu erinnern vorfället, alß verlange ich höflich eine mündliche Unterredung. Im schlafrocke, der mir gegen diesen sturm am dienlichsten, darf ich ins schloß nicht kommen, möchte alßo unmaßgeblich die Kirche wol der dritte ort seyn, wo diese Unterredung vorzunehmen. Alles in Meiner Hochgeehrten Herrn disposition stellende bin ich Meine sonderß Hochgeehrte Herrn
Offenbach den 18. 7ter ergebenster Diener 1693 C. Brösske.
A Messieurs Messieurs les Conseillers d'Etat p. S. E. Illustrissime d'’Isenbourg Offenbach present à la Chancelerie.
Die Reise des Hofpredigers hatte den Erfolg, daß in dem Jahr 1693 eine Nachzahlung von 15 Pf. und der für 1603 fällige Betrag vollständig, im ganzen 45 Pf.¹), bezahlt wurden. Wir werden nicht fehlgehen, wenn wir annehmen, daß er über diesen bedeutenden Erfolg seiner Bemühungen trotz seiner Krankheit eiligst Bericht erstatten wollte.
Die englischen Zuschüsse flossen aus einer für milde Zwecke bestimmten Königlichen Kasse, die der Almosenverwalter (Eleemosynarius, Grand-Aumonier) des Königlichen Hauses zu ver— walten hatte. Dieser gab die Anweisungen zur Auszahlung an das Londoner Bankhaus Richard Hill; dieses sandte einen Wechsel an die Kuratoren der Schule und gab die Ordre zur Auszahlung des Wechsels an das Bankhaus Isaac Behagel'*) in Frankfurt a. M. Behagel bezahlte die Summe nach dem geltenden Kurs an die Kura- toren der Schule aus, diese quittierten. Es sind mehrere Briefe des Bankiers Behagel an den Gräflichen Rat Stock., mehrere
¹) s. das Verzeichnis S. 18.
²) Auch Behaghel geschrieben; wohl derselbe, der bei Lehn, Ge- schichte der französisch-reformierten Gemeinde zu Offenbach a. M., S. 38 und 40 als Unterbevollmächtigter des Herrn von Valkenier erwähnt wird.
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