144 Die Bildwerke und Gipsabgüsse.
fach erhaltenen Werkes. Ursprünglich rein genrehaft ge- dacht, erhielt die Figur hin und wieder eine mythologische Umbildung. In römischer Zeit wurden, vielleicht auch für die Aufstellung auf Gräbern, kleine Mädchen in diesem Schema- portraitiert. Und so zeigt auch der Kopf unserer Statue Por- traitzüge, und die Haartracht, wellig von der Stirn in paral- lelen Lagen nach dem Hinterkopf sich hinziehend und dort in ein flaches Nest gelegt, ist dem Leben entnommen.»(Nach Kekulé.)
Ergänzt: Hals, rechte Schulter teilweise, linke ganz, der Nacken mit einem Teil des Rückens, der rechte Unterarm mit dem Ellbogen und der Hand, Finger der linken Hand teilweise, rechter Fuß mit Stück des Unterschenkels, linker Fuß teilweise, einige Gewandstücke.
Ant. Sk. Berl. Nr. 494. Bouillon II, Taf. 30. Clarac IV, 578, 1240. Mus. franç. IV, 74. R. Abg. 48. Welcker A. K. B. Nr. 81.
8. Skulpturenschmuck von Begräbnisstätten.
Nr. 11. Genius des Todes, Hs., Original(Marmor) früher im Schloß von Ecouen, jetzt im Louvre. Der mit Blumen be- kränzte Genius lehnt sich mit gekreuzten Beinen und über den Kopf gelegten Armen an eine Pinie an. Der melancholische Aus- druck des Gesichtes, die über die ganze Gestalt ausgebreitete Ruhe verkörpern die Ruhe des Todes oder ewigen Schlafes.
Die Ergänzungen an mehreren Stellen des Körpers sind für die Deutung der Figur unwesentlich. Bouillon I, 61. Clarac IV, 300, 1859; dazu Text IV, p. 332. Gal. M. N. VII, 480. Mus. franç. IV, 16. Pir. Mus. Nap. I, 42. Welcker A. K. B. Nr. 33.
Nr. 57 a. Eros, Kl. S., Original(Marmor) gefunden in Centocelle nahe bei Rom, von Clemens XIV. angekauft und im Vatikan aufgestellt. Es fehlen beide Arme und die Beine von den Oberschenkeln an abwärts; am Rücken sind Spuren ehemals angesetzter Flügel vorhanden. Die Deutung der Statue ist viel umstritten; sie setzt in der Erklärung des Gesichts- ausdrucks ein, und je nachdem in dem Gesichte der Ausdruck der Liebessehnsucht oder der Trauer gefunden wird, erscheint Eros seinem eigentlichen Wesen nach oder Eros als Todes- genius oder Thanatos, der Todesgenius selbst, dargestellt zu sein. Der ersteren Ansicht sind Welcker, Overbeck, Burck- hardt, Schlie, neuerdings Furtwängler, der letzteren Helbig, Friederichs-Wolters steht in der Mitte. Das schmale Haupt, mit den zusammengewundenen Locken über der Stirn, drückt eine Sehnsucht aus, die sich weder in das Schmachtende


