Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
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Die Gipsabgüsse. 143

aufgestellt.«Die junge Dame ist, wie es scheint, im Begriff, den Zipfel des Mantels, den sie mit der Rechten gefaßt hat, über die linke Schulter zu werfen, wie die gewöhnliche Tracht

es erforderte.(Friederichs.) Ergänzt: Die linke Hand. Bouillon II, Taf. 64. Clarac III, 300, 2265. Friederichs-W. Nr. 1686. Gal. M. N. IV, 228.

Der Knabe mit der Gans, Kl. S., Original(Marmor) gefunden in Roma vecchia, jetzt im Louvre. Es ist ein Bild des reinsten Kindesübermutes; der derbe Junge hat den vor ihm fliehenden Vogel, der doch fast ebensogroß ist wie sein Verfolger, im Laufe eingeholt und hält ihn fest, wie er ihn aufs Geratewohl zugreifend gepackt hat. Und das ist keine Kleinigkeit, laut schreiend ringt der Vogel, sich aus den um- strickenden Armen zu befreien, und das Kind muß sich den Anstrengungen des Gefangenen mit der ganzen Wucht seines lieblichen Körpers entgegenstemmen. Dabei ist ihm die Sache gerade so wichtig wie Herakles die Erwürgung des nemeischen Löwen, das ganze Gesicht strahlt vor Eifer und ein Hauch von Siegesfreude ist darüber ausgegossen. Die Stellung konnte nicht besser ersonnen werden, und die Formen des Kinder- körpers dürfen sich dem Vollendetsten, was in dieser Art die alte und die moderne Kunst geschaffen hat, getrost an die Seite stellen.(Overbeck.) Nach Plinius XXXIV, 84 bildete Boethos von Kalchedon in Erz einen Knaben, der eine Gans würgt: sein Werk ist das Urbild der vorliegenden Wieder- holung. Die Gruppe scheint ursprünglich als Brunnen-

dekoration(die Gans als Wasserspeier) gedacht zu sein.»

Ergänzt: Der Kopf des Knaben und der Gans. Baum. D. p. 350 (Abb. 372 nach dem vatikanischen Exemplar). Bouillon II, Taf. 30. Clarac III, 293, 2226. Gal. M. N. II, 138. Mus. franç. IV, 63. Over- beck II, 182, Abb. 185. Overbeck A. S. Nr. 65. Pir. Mus. Nap. IV, 36. Welcker A. K. B. Nr. 40.

Nr. 2. Astragalenspielerin, Hs., Original(Marmor) ge- funden 1730 auf dem Mons Caelius, im Museum zu Berlin aufge- stellt.«Ein halberwachsenes Mädchen in eng anliegendem um die Hüften gegürtetem Chiton hockt, auf den linken Arm gestützt, mit angezogenen Beinen am Boden. Der Chiton, an der rechten Schulter mit vier, an der linken mit zwei Knöpfchen befestigt, ist von der linken Schulter herabgeglitten. Eben hat sie mit der rechten Hand zwei Knöchel geworfen, mit der linken bedeckt sie zwei andere. Die Statue ist eine gute Wiederholung eines mehr-