Die Gipsabgüsse. 137
nichts gemein; das Urbild kann erst in hellenistischer Zeit entstanden sein. Furtwängler vermutet,«daß das Original der mediceischen Venus, das unzählige Male kopiert und variiert worden ist, schon von den Söhnen des Praxiteles, Kephiso- dotos und Timarchos, herrührte». Die Inschrift auf der Basis, welche Kleomenes, den Sohn des Apollodorus, aus Athen als den Künstler nennt, kann über die Entstehungszeit keinen Anhaltspunkt ergeben, da sie gefälscht ist.(Michaelis, Arch. Zeitg. XXXVIII, 11 ff.)
Die Statue ist aus elf Stücken zusammengesetzt; ergänzt sind der rechte Arm ganz, der linke vom Ellbogen ab, das vordere Stück der Basis mit der Inschrift. Bouillon I, 9. Clarac IV, 612, 1357. Friederichs-W. Nr. 1460. Furtw. Meisterw. 643. Gal. M. N. X. 714. Müller I, 50, 224. Mus. franç. IV, 25. Mus. Flor. Taf. 26— 29. Overbeck II, 435. Overbeck A. S. Nr. 72. Piran. Taf. 1. Pir. Mus. Nap. I, 55. Schlie p. 170. Welcker A. K. B. Nr. 67.
Eros mit Bogen, Kl. S., Original(Marmor) im britischen Museum in London. Die Statue gehört zu der in vielen Wiederholungen erhaltenen Komposition des bogenspannenden Eros. Eros als Knabe steht auf dem linken Bein, doch so, daß ein Teil der Last auf dem rechten Fuße ruht, und sucht das Ende der Sehne an dem oberen Bogenende zu befestigen.“(Roscher.) Die Bewegung ist, nur nach der anderen Seite gewendet, fast die gleiche wie die der schildhaltenden Aphrodite, eine Übereinstimmung, welche eine Beziehung beider Statuen zu einander wahrscheinlich macht. (Furtwängler.)
Ergänzt sind die Arme unterhalb des Oberarms, der rechte Ober- schenkel bis zur Mitte, das linke Bein unterhalb des Knies, die Flügel
zum größten Teil, der Köcher und der Baumstumpf. Clarac IV, 650, 1495 A. Furtw. Meisterw. p. 645. Roscher, Lexikon der Mythol. I, 1362.
s. Herakles.
Nr. 64. Kopf des Farnesischen Herakles, Kl. S., Original(Marmor) gefunden 1540 in den Thermen des Caracalla, seit 1790 in Neapel. Der Heros steht da am Ende seiner Mühen, aber nicht siegesfroh, sondern matt und gebeugt von der Last seines mühevollen Lebens. Seine ganze Erscheinung, die aufgetriebenen Adern, die geschwollenen Muskeln drücken Mühe und Arbeit aus, und auch seine Ge- danken sind nur rückwärts und nicht vorwärts gerichtet. Diese Auffassung des Herakles ist der älteren griechischen
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Kunst, welche die Heroen voll Feuer und Thatenlust darzu-


