Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
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136 Die Bildwerke und Gipsabgüsse.

bildet und auch der Mantel ist knapper, strenger gezeichnet. Und der ganze Ausdruck des Kopfes, wie er schon durch die Haltung bedingt wird, hat etwas Befangenes, Gebundenes.» (547.)

Ergänzt sind der rechte Arm ganz, der linke Vorderarm, sonst Kleinigkeiten. Bouillon I, 16. Brunn D. Nr. 296. Clarac III, 342, 1307. Furtw. Meisterw. 547 ff. Gal. M. N. IV, 246. Müller II, 25, 271. Mus. franç. IV, 3. Overbeck II, 48. Pir. Mus. Nap. I, 60. Schlie p. 171.

Aphrodite von Ostia, Hs., Original(Marmor) 1776 von Gavin Hamilton in Ostia gefunden, im britischen Museum. Die Statue ist der von Aphrodite von Arles aufs nächste ver- wandt.«Sie stellt eine Variante desselben Motivs, doch mit vertauschten Seiten dar. Der Kopf ist wieder der Knidierin so ähnlich, daß wir auch hier an Praxiteles zu denken haben. Aber das Original muß jünger gewesen sein als das der Statue von Arles. Die Stellung und Haltung ist wesentlich freier, das Gewand ist viel reicher und unruhiger in den Falten, der Kopf ist nach der linken Seite und empor gewendet, womit die ganze Ruhe und Geschlossenheit jenes älteren Werkes auf- gegeben ist.) Auch die Statue von Ostia hielt mit der einen Hand den Spiegel empor, in der anderen mag sie irgend ein anderes Toilettengerät, Salbgefäß oder dergl., gehalten haben; aber die Statue von Ostia entbehrt der Ruhe und Würde, durch welche die Statue von Arles ausgezeichnet ist. Vielleicht ist die Phryne des Praxiteles in der Londoner Statue nach- gebildet.(Nach Furtwängler.) Friederichs ist der Ansicht, daß die Statue wegen ihrer großartigen Anlage wohl auf ein älteres Werk zurückgeht, wenn dies auch nicht vor die helle- nistische Zeit fallen wird, wie die künstliche Anordnung des übrigens bei aller Einfachheit sehr schön gearbeiteten Ge- wandes zeigt».

Ergänzt sind der linke Arm und die rechte Hand nebst dem über dem Unterarm liegenden Gewandstück. Clarac IV, 595, 1302. Friederichs-W. Nr. 1455. Furtw. Meisterw. 549. Spec. ant. sculpt. I, 41.

Nr. 20. Mediceische Aphrodite, Hs., Original(Mar- mor) bis 1584 im Besitz der Familie della Valle in Rom, seitdem im Besitz der Familie Medici, 1677 nach Florenz ge- bracht.«Wie wir aus dem Delphin neben der Figur schließen dürfen, ist die Göttin als Anadyomene, als Meerentstiegene, gedacht. Mit der Praxitelischen Aphrodite hat die Statue