Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Die Gipsabgüsse. 135

Bouillon I, Taf. 14. Brunn D. Nr. 298. Clarac III, 340, 1308. Friederichs-W. Nr. 1443. Friederichs I, Nr. 581.(Brief Longériers.) Furtwängler Meisterw. p. 599 655. Müller W. II, Taf. 25, 268(Capua), 270(Melos). Mill. II, 4(Venus von Capua), 6(von Milo). Mus. R. Taf. 39. Overbeck II, 383 f.(Motiv: Aphr. den aufgestützten Schild haltend). Overbeck A. S, Nr. 82. Schlie p. 242. Welcker A. D. I, 437. Welcker A. K. B. p. 59, Nr. 66. V. Valentin, Neues über die Venus von Milo, Heft VII des Beitr. zur Kunstgeschichte kritisiert in Teil I bis V die Erklärungsversuche von Geskel Saloman, Hasse, Overbeck, Kiel, und sucht in Teil VIIX das Motiv der Zurückweisung als das der melischen Statue nachzuweisen.

Nr. 15. Aphrodite von Arles, Hs., Original(Marmor) gefunden 1651 zu Arles(Colonia Julia Arelatensis) zwischen zwei korinthischen Säulen des antiken Theaters, jetzt im Louvre. In Arles gab es einen bedeutenden Aphroditekultus, dessen Pflege mit der Bedeutung der von Venus und Anchises sich ableitenden Gens Julia im Zusammenhang stand.»(Schlie.) Die Deutung der Statue hängt wesentlich von der Ergänzung der Arme und dem, was sie gehalten, ab. Die jetzige Er- gänzung mit den Attributen des Spiegels und Apfels rührt von Girardon( 1715) her; sie ist vielfach angefochten worden. Müller will der Figur in die linke Hand den Helm des Mars, in die rechte eine Lanze geben; denn es sei Venus Victrix, die Schutzgöttin des Julischen Geschlechtes, dargestellt. Dar- nach wäre die Statue in der Augusteischen Zeit entstanden; allein dem widerspricht die künstlerische Behandlung des Gewan- des des Körpers, des Gesichtes, des Haares. Furtwängler vertritt in der Hauptsache die Girardon'sche Ergänzung. Das Motiv der Statue kann kaum zweifelhaft sein: die Linke trug den Spiegel und die Rechte war gegen den Kopf hin bewegt. Ein ge- schnittener Stein, der aus dem Anfang des 4. Jahrhunderts stammen muß, zeigt eine Frau, wohl Aphrodite, ganz ebenso mit dem Mantel um den Unterkörper und den Spiegel in der Linken.(549.) Die Statue geht ganz sicher auf Praxiteles zurück. Dies wird vor allem bewiesen durch die außerordent- liche Ahnlichkeit des Kopfes mit den sicheren Kopien der Knidischen Aphrodite. Die Anordnung der Haare, die zwei Haarbänder auch das Armband am linken Oberarm, die Stirne und der Umriß des Gesichts stimmen völlig überein. Nur im einzelnen erscheinen die Formen an dem Kopfe von Arles etwas gebundener, weniger frei und härter; das Auge liegt weniger tief, die Lider sind noch nach älterer Weise ge-