Die Gipsabgüsse. 131
die ganze obere Hälfte ist von einem römischen Bildhauer, Augustin Penna, anderen Statuen(vergl. die Berliner, abgeb. bei Baum. D. p. 973, Apb. 1185) nachgebildet.«Die Muse Polyhymnia, als solche durch die typisch auch sonst wiederkehrende Stellung charakterisiert, steht auf dem rechten Bein, das linke Bein lässig zurückgestellt, mit beiden Armen auf einen Fels gelehnt; der linke Unterarm liegt auf, den rechten Arm stützt sie mit dem Ellbogen auf und häült die rechte Hand. stützend zum Munde empor. Bekleidet ist sie mit langem Chiton, der oben übergeschlagen und unter der Brust gegürtet ist.(Kekulé.)
Ant. Sk. Berlin p. 96, Nr. 221. Baum. D. p. 971— 973. Bouillon III, Taf. 11. Clarac III, 327, 1083. Mus. R. Taf. 22. Welcker A. K B. Nr. 76.
Nr. 40. Sogen. Euterpe, Hs., Original(Marmor) früher in Villa Borghese, jetzt im Louvre. Der Kopf ist antik. aber aufgesetzt; an ihm ist die Nase ergänzt. Da aber weiter die beiden Vorderarme samt dem grõößeren Teile des Pfeilers und den Flöten, der rechte Fuß und ein Teil des linken Beines ergünzt sind, so ist«Euterpe» erst durch Ergänzung entstanden, und es ist zweifelhaft, ob die aus dem Alter- tum erhaltenen Reste zu einer Musenstatue gehört haben. Visconti bemerkt, es könne auch Felicitas sein, welche auf den Münzen der Julia Mamäa in fast derselben Haltung vorkomme.
Bouillon I, Taf. 10. Clarac III, 295, 1016. Mus. R. Taf. 32. Welcker A. K. B. p. 62, Nr. 77.
Nr. 39. Sogen. Flora, Hs., Original(Marmor) im Louvre. Der Kopf ist antik, gehört aber nicht zur Statue; ergänzt ist an ihm die Nase. Ergünzt sind ferner der rechte Fuß und das linke Bein samt Gewand, die beiden Vorderarme mit den IHländen und Blumen. So ist Flora, die italische Göttin der Blüte und des Frühlings, deren Dienst Titus Tatius angeordnet und der Numa einen besonderen Flamen Floralis eingesetzt haben soll(Lübker), erst durch die Er- gänzung entstanden. Vielleicht stellte die Statue ursprünglich eine Muse vor.
Bouillon I, 55. Clarac III, 300, 793; Text Bd. II, p. 133.
Nr. 24. Laokoongruppe, Hs., Original(Marmor) ge- funden im Jahre 1506 am Esquilin, in der Nähe der Thermen des Titus(oder nach alter Uberlieferung in den Ruinen der Thermen, die Nachricht wird bezweifelt, da Plinius berichtet, die Laokoongruppe habe in dem Palast des Titus gestanden), aufgestellt im Vatikan. Vor langen Jahren hatte sich Laokoon, der Priester des thymbräischen Apollo, schwer an diesem Gott versündigt und an seinem Altare einen Frevel verübt, der zwar spät, aber um so furchtbarer von dem Gotte bestraft wird, in einem Augenblicke, der zugleich für Troja verhängnis- voll werden sollte. Laokoon hatte vor dem hölzernen Rosse
gewarnt; da, als er in Vertretung des Poseidonpriesters dem 9*


