Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
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126 Die Bildwerke und Gipsabgüsse.

Handlung vertieft und ohne alle Rücksicht auf den Betrachten- den gearbeitet. Die lebensvolle Poesie der Situation, die hohe Objektivität und Anspruchslosigkeit, endlich die Schönheit und Harmonie der Formen machen es wahrscheinlich, daß wir ein griechisches Werk der besten Zeit vor uns haben, das indes wegen seiner freien Natürlichkeit erst dem 4. Jahrhundert oder höchstens dem Schluß des 5. angehören dürfte. Es scheint attischen Ursprungs zu sein, der Charakter des Kopfes ist namentlich den attischen Werken sehr verwandt.»(Friede- richs.) Gegen Friederichs Deutung der Armbewegung bemerkt Overbeck I, 381: Es handelt sich nicht um einenunbe- wußten Monolog, sondern Arm und Hand sind in Bewegung zu denken und zwar in sehr bewußter Weise und zu einem sehr nahe liegenden Zweck. Der Arm wird gestreckt und gehoben, die Finger spielen, um die Elasticität zu prüfen und gleichsam den günstigsten, eben erschienenen Augenblick herauszufühlen, wo die Kraft am meisten gesammelt, die Muskelspannung die frischeste, der Griff der sicherste ist; einen Augenblick weiter und die Wurfscheibe geht hoch nach vorn erhoben mit rascher Bewegung in die Rechte über, und die eigentliche Handlung, wie wir sie aus Myrons Diskobol kennen;, beginnt. Overbeck und Furtwängler führen die Statue auf Alkamenes zuriick.

Ergänzt sind die Finger der rechten Hand. Baum. D. 458, Fig. 503. Brunn D. Nr. 131. Bouillon II, Taf. 17. Bunsen II. 2, 249. Clarac V, 862, 2199 C. Friederichs-W. Nr. 465. Furtw. Meisterw. 122, 228, 50. Gal. M. N. II, 78. Helbig I, 330. Mus. franç. IV, 19. Mus. P. Cl. III, 26. Overbeck I. 380 82, Fig. 102. Overbeck A. 5, Nr. 25. Pir. Mus. Nap. IV, 25. Pistolesi VI, 9. Schlie p. 134. Skult. V. Borgh. IlI, 7, 9. Welcker A. K. B. Nr. 38.

Nr. 27. Der Borghesische Fechter, Hs., Original (Marmor) im Anfang des 17. Jahrhunderts in Capo d'Anzo(An- tium), früher in Villa Borghese. seit 1808 im Louvre. Die Statue wurde früher mit verschiedenen Heroennamen, z. B. als Achilles, Theseus, Deiphobus oder allgemeiner als kämpfender Heros, als Gladiator, als Waffenläufer(Hoplitodrom) bezeichnet. Dargestellt ist ein«Krieger, der sich mit dem Schilde am linken Arm gegen einen höher stehenden Feind, etwa einen Reiter, den er scharf im Auge hat, zu decken sucht. Aber nicht bloß zu decken, denn die Figur hat bereits die Stellung der Parade, in welcher sie den linken Fuß vor-, den rechten zurücksetzen würde,