Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
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Die Gipsabgüsse. 125

Belvedere des Vatikan aufgestellt. Daß die Statue nicht An- tinous vorstellt, erkennt man leicht aus einer Vergleichung mit dem Portrait des Antinous Nr. 196, Kl. S. Vielmehr fällt eine andere Khnlichkeit ins Auge, das ist die mit dem Hermes des Praxiteles. Nicht nur die Köpfe sind«ganz auffallend ähnlich in der ganzen Anlage wie im einzelnenꝰ, sondern auch sonst stimmt die Figur mit dem Praxitelischen Hermes über- ein. Die Stellung ist sehr nahe verwandt, die eine Hüfte ist etwas herausgebogen und bildet eine sehr feine, zartbewegte Umrißlinie. Der Körperbau ist breit und kräftig», er ist kräftiger als derjenige des Hermes, welcher den Dionysos- knaben trägt. Dies hat aber seinen natürlichen Grund: Hermes ist nicht als der leichte, schlanke Götterbote, sondern als der kräftige Gott der Palästra(EPh.7 à1νιοπσα) dargestellt.«In der Linken trug der Gott den Heroldsstab, das Gewand hing bis an die linke Wade herab, wo es noch eine Spur hinterlassen hat, und die Rechte war mit der inneren Handfläche nach außen leicht in die Hüfte gestützt, wo man noch die Reste von zwei Fingern bemerkt. Die Art, wie das Gewand zu- sammengerollt, ist für den Gott charakteristisch, es hindert in dieser Form am allerwenigsten die freie Bewegung. Ob das Original der Figur, das in späterer Zeit mehrfach nachgeahmt worden ist, auf Praxiteles selbst zurückgeführt werden kann oder auf einen seiner Schüler, das zu entscheiden sind wir

nicht mehr im stande.(Nach Friederichs-Wolters.)

Ergänzt sind beide Vorderarme. Baum. D. 676, Abb. 737. Bouillon I, Taf. 30. Caylus Rec. d. A. I, 68. Clarac IV, 665, 1514. Friederichs-W. Nr. 1218. Helbig Nr. 146. Gal. M. N. III, 168. Müller II, 28, 305. Mus. franç. IV, 80. Mus. P. Cl. I, 7. Perr. Abb. 13. Pir. Mus. Nap. I, 52. Pistolesi IV, 97. R. Abg. 4. Schlie p. 159. Treu, Hermes mit dem Dionysosknaben p. 8 f.

Nr. 32. Diskoswerfer, Hs., Original(Marmor), 1792 von Gavin Hamilton in den Trümmern eines antiken Ge- bäudes an der Via Appia gefunden, im Vatikan. Der Jüng- ling ist ganz damit beschäftigt, einen sicheren Stand zum Ab- schleudern des Diskos, den er noch in der Linken hält, zu gewinnen, und hebt unwillkürlich die Rechte zu einer seinen Gedanken entsprechenden Gebärde. Gerade dieser unwillkür- liche, sinnliche Ausdruck des ihn beschäftigenden Gedankens, dieser unbewußte Monolog, giebt der Statue etwas höchst Naives, zugleich ist sie durchaus anspruchslos, ganz in ihre