Die Gipsabgüsse. 127
verlassen und ist im Ausfall selbst begriffen; es wird im Augenblick der entscheidende Stoß mit dem in der Rechten vorauszusetzenden Schwert erfolgen. Dieser Moment erklärt den Ausdruck der höchsten Spannung, den das Gesicht trägt. (Friederichs.) Es ist die Darstellung der äußersten und augen- blicklichsten Bewegung, deren der menschliche Körper in einer gewissen Richtung überhaupt fähig ist, die sich der Künstler zur Aufgabe gestellt hat. Und diese Aufgabe hat er in tech- nischer Hinsicht so vortrefflich gelöst, daß allgemein die Vir- tuosität des Künstlers, die Abgewogenheit der Komposition. die Richtigkeit der Stellung, das gründliche Verständnis der organischen Bewegung, die tiefe Kenntnis der Anatomie des menschlichen Körpers» rühmend hervorgehoben werden. Ja, die Statue ist benutzt worden,«xum an ihr als einem vollen- deten Muster die Anatomie des menschlichen Körpers zu de- monstrieren». Der Feind, zu dem der Krieger hinaufschaut, war nicht mit dargestellt, sondern ist nur vorausgesetzt. Die Statue stand allein, sie ist nicht dazu gemacht,«von einem, sondern von mehren Standpunken, von vorn, von hinten, von beiden Seiten betrachtet zu werden, denn nur so kommt die
ganze Arbeit zur Geltung».(Overbeck.) Die Inschrift an der Stütze nennt uns den Agasias, Sohn des Dositheos aus Ephesus als Verfertiger.«Wir besitzen keine weiteren Nachrichten über diesen Künstler, nur können wir aus dem paläographi- schen Charakter der Inschrift schließen, daß die Statue um das Jahr 100 v. Chr. entstanden ist.»
Baum. D. 22— 24, Abb. 23. Bouillon II, Taf. 16. Brunn D. Nr. 75. Brunn G. gr. K. I, 399. Clarac III, 304. De R. Racc. I, 75, 76. Friederichs-W. 1425. Gal. M. N. VIII, 60. Müller I, 48, 216. Over- beck II, 459— 463. Overbeck A. S. Nr. 81. Perr. Abb. 38. Piran. Taf. 28. R. Abg. 9. Schlie p. 272. Skult. V. Borgh. II, 7, 10. Welcker A. B. K. Nr. 35.
Nr. 46. Ringergruppe, Hs., Original(Marmor) gefunden im Jahre 1583 in Rom zusammen mit der Niobidengruppe, seit 1677 in Florenz. Die in sich vollkommen abgeschlossene Gruppe stellt ein paar jugendkräftige Athleten in dem Schema des Ringkampfes dar, bei dem der Sieg nicht durch das Nieder- werfen des einen Kümpfers, sondern erst durch dessen, bis zu seiner Erschöpfung und bis er sich besiegt erklärte, fort- gesetztes Festhalten am Boden entschieden wurde.“(Overbeck.) Die Griechen nannten diese Art des Ringkampfes dλαι˙ετνιτ


