122 Die Bildwerke und Gipsabgüsse.
auf einen Baumstamm, der das Waldlokal andeutet, gelehnt dasteht und mit leichtem und schalkhaftem Lächeln hinaus in die Ferne schaut, gleich als lausche er dem Rieseln des Baches und dem Rauschen der Wipfel, ist als ein liebens- würdiger Vertreter des Geschlechtes der nichtsnutzigen und zu keiner Arbeit geschickten„Satyrn“(16νοα ObtISAyy Larbpey dAt 2/*vοερ⁶ Hes. frg. 94) und zugleich als die Personifikation der süßen Waldeinsamkeit mit Fels und Quelle zu betrachten. Und wer sich in diese Statue vertieft, der wird sich in jener Stimmung überraschen, in welche uns kühle und qduftige Waldesstille an heiterem und heißem Sommertage versetzt.» (Overbeck.)«Wie die meisten im 4. Jahrh. v. Chr. gestalteten Satyrtypen zeigt auch diese eine sehr edle Bildung. Von der tierischen Natur sind im wesentlichen nur die spitzen Ohren festgehalten. Der mutwillige Charakter und die Sinnlichkeit, welche nach der volkstümlichen Auffassung den Satyren eigen waren, sind zwar nicht vollständig verwischt, aber nur in sehr zarter Weise angedeutet. Die feine, etwas aufgeworfene Nase, das über die Stirn emporstarrende Haar und der schelmische Zug, welcher den leicht geöffneten Mund umspielt, weisen darauf hin, daß sich dieser Satyr unter Umständen auch mut- willig aufführen kann. Die weichen Formen des Körpers zeigen keine Spur von angestrengter Thätigkeit oder gymna- stischer Ausbildung, sondern machen den Eindruck, als hätten sie sich durch„freie Gunst der Natur“(Brunn) zu so herr- licher Blüte entwickelt.“(Helbig.)— Das Werk wird wie die andern Statuen desselben Charakters auf ein von Praxiteles geschaffenes Urbild des ausruhenden Satyrs zurückgeführt; wann unsere Kopie entstand, ist schwer festzustellen; Furt- wängler versetzt die kapitolinische Statue wegen ihrer glatten Eleganz in die hadrianische Zeit.
Ergänzt sind Nase, rechter Vorderarm mit Flöte, linker Arm zum größten Teil. Baum. D. p. 1398, Abb. 1548. Bouillon I, Taf. 58. Brunn D. Nr. 377. Furtw. Meisterw. 559 f. A. 5. Gal. M. N. I, 48. Müller I, 35, 143. Mus. Cap. II, p. 248. Mus. franç. IV, 32. Mus. P. Cl. II.,
30. Overbeck II, 58 f., Fig. 157. Overbeck A. S, Nr. 52. Pir. Mus. Nap. II, 13. Racc. Sta. Camp. I, 73. Welcker A. K. B. Nr. 26.
Nr. 6. Ruhender Satyr, Hs., Original(Marmor) früher in Villa Borghese, jetzt im Louvre. Jugendlicher, behaglich an einen Cippus angelehnter Satyr, im Begriff die Flöte zu blasen oder im Spiele eine Pause machend(daher auch dvaανονενοα


