Die Gipsabgüsse. 121
Gefühlsstimmung in ihrer geläutertsten Form erscheint.» (Müller.) Der mit Epheu bekränzte und mit Diadem ge- schmückte Gott hat in der linken Hand eine Lanze, auf die er sich stützt; mit dem linken Arm lehnt er sich auf einen von Reben umrankten Ulmenstamm. Sein Körper ist im Zustande behaglicher Ruhe. Das anmutsvolle, von vollen auf die Brust herabwallenden Locken umrahmte Gesicht zeigt den Ausdruck sanfter Träumerei.
Ergänzt ist das rechte Bein von dem Knie bis oberhalb der Knöchel. Vgl. Baum. D. p. 436 f. Bouillon I, Taf. 34. Clarac III, 272, 1570. Gal. M. N. II, 84. Müller II, 31, 352. Müller H. p. 594 f. Mus. franç. IV, 1. Perr. Abb. 4. Pir. Mus. Nap. I, 77. Sittl p. 819, 820.
Nr. 23. Silen mit dem Dionysoskinde, Hs., Ori- ginal(Marmor) im 16. Jahrhundert an dem Quirinal nahe bei den Gärten des Sallust gefunden, früher in Villa Borghese, jetzt im Louvre. Silen als Erzieher und Wärter des Dionysos- kindes in würdiger und edler Gestalt, als der weise Silen der Poesie dargestellt, erscheint als sinniger, liebevoller und auf- merksamer Wärter des ihm anvertrauten göttlichen Kindes. Ruhig an einem Baumstamm gelehnt, an dem seine Nebris hängt, hält er den derben, frischen, lebensfrohen Knaben, der sich in behaglicher Bewegung herumwirft und den Alten am Bart zausen zu wollen scheint, sicher aber leise und lose und wie respektvoll im Arme, ohne den göttlichen Körper mehr als nötig zu berühren und ohne die lebhaften Bewegungen des Kindes irgendwie zu hemmen. Dabei schaut er ihn so zürtlich und vergnüglich an, daß sich die Fröhlichkeit des Kleinen in den gutmütigen Zügen des Alten spiegelt.“(Over- beck.) In der ganzen Gruppe herrscht der Ausdruck ruhig- sten Behagens und innerer Befriedigung, der auch äußerlich durch die vollendete Harmonie aller Linien unterstützt wird.- (Brunn.)
Ergänzt am Silen die Hände, an dem Kinde die Arme und Beine. Bouillon I, Taf, 57. Brunn D. Nr. 64. Brunn Gl. p. 145(über das Münchener Exemplar). Clarac IV, 333, 1556. Gal. M. N. VII, 450. Müller II, 35, 406. Mus. R. Taf. 9. Overbeck A. S. Nr. 55. Piran. Taf. 22. R. Abg. 5. Schlie p. 160. Welcker A. K. B. Nr. 25,
Nr. 38. Ruhender Satyr, Hs., Original(Marmor) in der tiburtiner Villa des Hadrian gefunden, stand bis 1753 in der Villa d'Este, wurde von Benedikt XIV. im kapitolinischen Museum aufgestellt. Der Satyr,«der nachlässig und bequem


