Die Gipsabgüsse. 123
genannt.) Die Statue ist eine verkleinerte Replik desselben Typus, der unter Nr. 38 gekennzeichnet ist.
Ergünzt sind nach Clarac: der rechte Vorderarm, der Kopf antik, aber nicht zugehörig. Nach Müller sind neu: die Füße des Satyrs, Teile des Pantherfells und der Flöte. Bouillon I, Taf. 56. Clarac III, 296, 1671. Gal. M. N. VII, 474. Müller II, 39, 460. Mus. R. Taf. 6. Perr. Abb. 29.
Schlafender Satyr(Oberkörper des sogen. Barberi- nischen Fauns»), Kl. S., Original(Marmor) gefunden unter Urban VIII. in den das Grabmal Hadrians(Engelsburg) um- gebenden Gräben; bis Anfang dieses Jahrhunderts im Besitz der Familie Barberini, seit 1820 in München. Auf einem Felsen sitzt ein kräftiger Satyr; in tiefen Schlaf versunken lehnt er die linke Seite an den Felsen und läßt den linken Unterarm über denselben schlaff herabhüängen. Der rechte Arm, hoch erhoben und so gebogen, daß die Hand im Nacken ruht, erleichtert die Brust und gestattet dem von Weingenuß schweren Körper freier und tiefer zu atmen.“(Brunn.) Charak- teristisch und die Idee des weinberauschten Dionysosdieners verkörpernd ist der Kopf,«der in unnachahmlicher Vollen- dung das Ganze beherrscht». Die eingedrückte Nase, die hervor- tretenden Backenknochen, die aufgeworfenen Lippen, die faltige, von struppigem Haar umrahmte Stirn, alles dies kennzeichnet ceine derbsinnliche Natur, welcher höhere geistige Interessen durchaus fremd sind». Brunn setzt die Entstehung des Werkes bald nach dem Jahr 300 v. Chr. an und bezeichnet die Statue als ein Originalwerk.
Ergänzt sind am vorliegenden Teil: Nasenspitze, linker Vorder- arm, rechter Ellenbogen, Finger der rechten Hand. Baum. D. p. 1564, Abb. 1625. Brunn D. Nr. 4. Brunn Gl. Nr. 95. Clarac IV, 710 A, 1723. Friederichs-W. 1401. De R. Racc. I, 94. Lützow, Münch. Ant.
Taf. 30. Montf. Ant. expl. II, 236. Müller II, 40, 470. Overbeck II, 383. Piran Taf. 13. Welcker A. K. B. Nr. 28.
Nr. 5. Böckchentragendersatyr, Hs., Original, Marmorkopie von Lepautre, einem Pariser Bildhauer(† 1744), nach einer antiken Statue, welche in Madrid aufgestellt ist. An letzterer sind Kopf und Füße des Böckchens, die beiden Arme und das linke Bein des Satyrs vom Knie abwürts ergänzt. Die Inderungen, die Lepautre vornahm, sind sehr geringfügiger Natur und nur durch eine genaue Vergleichung der Abbildungen bei Clarac IV, 376, 2646 und IV, 726 E, 1671 H festzustellen.«Komposition und Stil dieser Gruppe sind gleich vor- trefflich. Das trauliche Verhältnis zwischen dem Satyr und seinem Tier ist äußerst anziehend, der Stil sehr lebensvoll. Das Werk dürfte


