Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
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34 Religiöses Leben der Alten.

scendentalem Sinne Mithras als Richter der Toten und Führer der Gläubigen zum unsterblichen Leben. Schierenberg, Bonner J. 84, p. 253, giebt den Fackelträgern die allgemeine sym- bolische Bedeutung der Auferstehung und findet in der Dar- stellung den Gedanken ausgedrückt, daß alles Leben dem Tode verfallen ist, der Tod aber zu neuem Leben führt(homo moriturus nascitur, renascendus moritur).

B. Die Mithraeen. Mithras wurde in einer natürlichen oder künstlichen unterirdischen Höhle verehrt, Sie ist nicht nur das Sinnbild des Dunkels, aus welchem er immer von neuem hervortritt, um der Welt zu leuchten und sie zu beherrschen(Preller II, 414), sondern sie ist zugleich ein Sinnbild der Welt, in welche die menschliche Seele hinab- steigen muß, um nach vielen Prüfungen aus derselben ge- reinigt hervorzugehen(Marqu.-Momms. VI, p. 86).

Plan des Mithraeums von Ober-Florstadt, ent- worfen von Adamy, Korresp.-Ges. 1888, Nr. 10, p. 123, aus- gehängt in Schrank XV. Das Heiligtum hat annähernd die Form eines Rechtecks, dessen Schmalseiten ca. 5 ½ m, dessen Langseiten etwa 12 ½ m lang sind. In der Mitte war eine durchschnittlich 75 cm tiefe Grube, zu der vom südlichen Ein- gange her vier Stufen hinabführten; an der vorderen Schmal- seite ist sie 1,72 m breit, nach hinten verbreitert sie sich bis zu 2,10 m und endigt rechts und links in Nischen. Die Grube wird auf drei Seiten von einem Bankett umschlossen.— Bruchstücke der Deckenbemalung im Schrank XV unten, Motiv der Deckenbemalung: vier miteinander durch ihre ver- längerten Durchmesser verbundene, in je sechs Felder geteilte Kreise, auf dem Plan.

1. Die Weihen der Mithrasgläubigen. Ehe die Neulinge in die Religionsgemeinschaft der Mithrasgläubigen aufgenom- men wurden und Epopten(Schauende) wurden, hatten sie eine lange Zeit der Vorbereitung und schwere Prüfungen durch- zumachen. Preller, R. M. II, 416, sagt darüber:«Der Prü- fungen sollen es 80 gewesen sein, eine Stufenfolge von leich- teren zu immer schwereren Übungen, in denen der Einzu- weihende Mut und Seelenstärke beweisen und sich durch Buße zur heiligen Handlung vorbereiten sollte. So die Aufgabe durchs Feuer zu gehen, starken Frost, Hunger und Durst aus- zuhalten, mehrere Tage zu wandern oder zu schwimmen, in