Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
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Der Mithraskult und die Mithrasfunde. 35

der Wüste zu fasten u. dergl. m.(Suid. v. Mid οο). Endlich folgte die Weihe in verschiedenen Graden, von denen wir meist nur die Namen kennen, welche bald an die symbolischen Tiere der Mithrasbilder erinnern, bald zur Voraussetzung an- derer Symbole anleiten. So hieß der erste Grad der der Raben(65 xsc, die Weihe Oουηι⁴, dann folgte ein Grad der 150 ꝓtot, d. i. der Geheimen, welchen, wie es scheint, gewisse Bilder geheimer Gottheiten, rôv οουρμεσν d'ε, gezeigt wurden; dann der der Streiter, milites, welche in der Mithras- höhle ein Schwert und mit demselben einen Kranz bekamen, den sie erst aufs Haupt setzen, dann wieder von demselben herunterstoßen mußten mit den Worten: Mithras sei ihr ein- ziger Kranz. Weiter folgte die Stufe der Löwen(leones, Nsoyrrx⁴), bei welcher namentlich auf Reinheit und Heiligung gedrungen wurde, immer in symbolischen Handlungen. Von diesem Grade gelangte man weiter zu dem des Persers oder Perseus(Persei, Persica, Gradus Persicus), darauf zu dem eines Sonnenläufers(HX 05,6HO. HNiaz⁴), endlich zu dem höch- sten und letzten eines Vaters(Pater, IIarpizd), welcher Name vermutlich dem des Vaters Mithras entsprach. Jedem Grade scheint überdies eine eigene korporative Verfassung entsprochen zu haben und die unteren Stufen den oberen dergestalt unter- geben gewesen zu sein, daß das Ganze dadurch eine in sich zusammenhängende hierarchische Verfassung bekam.»

Bei den Weihen kam eine Wassertaufe vor(Tertullian 160— 230 n. Chr. de baptismo c. 5, Cumont I, p. 50 per lavacrum initiantur); durch sie wurden die Sünden gesühnt (expiationem delictorum de lavacro repromittit Tert. de praescr. haeret. 40, Cumont I, p. 51). Die Zeichen, die die Streiter des Mithras auf die Stirne gemacht bekamen(Mithra signat illic in frontibus milites suos Tert. a. a. O.), sind mit der Firmung der katholischen Kirche zu vergleichen. Brot und ein Trank aus Wasser und Mehl wurde unter Aussprechung gewisser Formeln genommen(Justin. Mart. Apolog. 60, Cumont I, p. 20 kproc zabl orJtoy 55aros rièsrat Sy rats ro SvO tskerate sr' rt,6y rtycy; Tert. a. a. O. panis oblationem inducit), und zwar war dieser Brauch von den alten Parsen, die gesegnete Brote aßen und Homasaft, ein berauschendes, aus dem Saft der Asklepiaspflanze gewonnenes, mit Mehl und Molken gemischtes Getränke, tranken(Döllinger p. 371, 72, 73, 88), über-

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