Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
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Der Mithraskult und die Mithrasfunde. 31

Im vierten Jahrhundert verbreitet sich sein Kult über Klein- asien nach den Küstenstrichen, in der Zeit der Diadochen dringt er über die Inseln des ägäischen Meeres, Thracien, Griechenland weiter nach dem Westen vor und ist zur Zeit des Pompeius bei den Seeräubern heimisch(Plut. Pomp. 24), die ihn zuerst im westlichen Abendland weiter ausgebreitet haben sollen. Um 100 n. Chr. hat sich der Kult in Rom festgesetzt, gewann unter Hadrian und den Antoninen immer mehr Anhänger, ist unter Septimius Severus und seinen Söhnen Kult des Kaiserlichen Hauses(C. I. L. 6, 2271), und hat sich durch die römischen Legionen über das ganze römische Reich verbreitet. Unzweifelhaft hat der Kult auf seinem Wege nach dem Westen eine Menge fremder Elemente und Symbole in sich aufgenommen, und es wird noch geraume Zeit vergehen, bis alle Elemente ihrem Ursprunge nach mit Sicherheit er- kannt und alle Symbole mit Sicherheit gedeutet werden können.

c. Der Mithraskult im römischen Reiche. α. Der Gott und seine Mysterien. Im römischen Reiche wurde der Geburts- tag des felsgeborenen Mithras von seinen Anhängern am 25. Dezember gefeiert. Er ist der unbesiegbare Gott(deus invictus), die unüberwindliche Sonne(Sol invictus Mithras), der Unbegreifliche(indeprehensibilis), der Allmächtige(omni- potens), der Große(magnus), der Ewige(aeternus), der König (rex), der Erhabene(augustus); vergl. die Inschriften Cumont I; er gilt als Schöpfer und Herr aller Dinge(dειοοςια ,⁶˙ Midpac zal 7sνεοεπσαmsεοσασπmτ Porphyr. d. antr. Nymph. 24). Den Mittelpunkt seiner Mysterien bildet das in allen Mithräen dargestellte Stieropfer: Mithras, eine kräftige Jünglingsgestalt in phrygischer Kleidung, greift mit der linken Hand einem mächtigen Stiere kraftvoll in die Nüstern und hält ihn fest; das linke Knie hat er dem Stier in den Nacken gesetzt und drückt das Opfer nieder, mit der rechten Hand stößt er das Schwert dem Stier zwischen Hals und Schulterblatt nach dem Herzen.

Rest einer Mithrasplatte, gefunden zu Friedberg 1875 beim Abbrechen der Mauer des alten Friedhofs, aufgestellt im Vorsaal. Eine fast rechteckige, 60 cm hohe, 53 cm breite und 28 cm dicke Sandsteinplatte zeigt den Rumpf des stiertötenden Mithras in der gewöhnlichen Stellung. Das Fragment gehörte, wie man aus den angegebenen Maßen schließen darf, einer