26 Religiöses Leben der Alten.
Zeile 1 ist auf dem Kranzgesims des Altars eingemeißelt. Durch den Zusatz: Zu Ehren des erlauchten Kaiserhauses, erhält der Votiv- altar zugleich den Charakter eines Ehrendenkmals. Becker, Die röm. Inschr. und Steinskulpturen des Mus. zu Mainz p. XII. Die beiden V. V. in Zeile 3 können auf den Namen der Niederlassung(Ulpii veteris?) gedeutet werden.
II. A. 16. Kleiner tragbarer Votivaltar, 17 cm hoch, gefunden in Friedberg im Jahre 1894 bei Vornahme von Kanalisationsarbeiten, stark verwittert; Inschrift schwer lesbar.
CELSI C(enturiae) Celsi Der Centurie des F VER F(lavius) Vere- Celsus Flavius Verecun- EoVND cundus. dus.
Möglicherweise war noch über Zeile 1 Genio zu lesen; Becker, Röm. Inschr. des Mus. d. St. M. Nr. 72, 73, 74. UÜber unsern Altar Henkel, Quartalblätter des Hist. Ver. für das Großh. H. 1894. H. 1, p. 436.
II. A. 18. Votivaltar aus rotem Sandstein, 47 cm hoch, 29 22 cm im Querschnitt, gefunden neben der Kirche in Oberklingen, den Gottheiten des syrischen Berges Casius (Kãsio? 5pos, jetzt Djebel Okrab, der kahle Berg) geweiht.
CASSIBV(Dis) Cassibus Den Göttern des Berges VOTA FEC Vota fecit Casius erfüllte sein Gelübde EMACEIV E. Maceius Lucius(?) Maceius(oder FAVSTINV. Faustinu(s) Emaceius) Soldat....
M,..... miles...)
P
Das P(Brambach PR) steht zwei Zeilen unter dem M. Knapp ergänzt: miles legionis XXII primigeniae piae fidelis= Soldat der 22ten Legion, der erstgeworbenen, redlichen, getreuen. Auf dem Berge befand sich ein Tempel des Juppiter Casius. Preller II, P. 395. Zur Ausbreitung syrischer Kulte haben die Legionen«wesentlich bei- getragen. Verschiedene Legionen waren nämlich kürzere oder längere Zeit in Syrien stationiert gewesen, daher sie später, wenn sie nach dem Occident verlegt wurden oder einzeln in ihre Heimat zurück- kehrten, den ihnen vertraut gewordenen Gottesdienst dahin ver- pflanzten». Sonstige syrische Gottheiten: Dea Syria, Maiuma, Deus Sol Elagabal u. a. An welche weiteren außer an Juppiter Casius» bei unserer Inschrift zu denken sei, ist unsicher. Knapp, Archiv II. Taf. p. 530 u. p. 540 ff. C. I. Rh. 1398. Knapp-Scriba, Röm. D. d. Odenw. Taf. VIII, Nr. 59 u. p. 175. Steiner I, 77.— Eine ganz andere Deutung der dii Casses geben J. Becker, Bonner J. XXVI, 85 und Mone, Urgesch. des bad. Landes II, 186. A. 133, die sie den römisch-keltischen Gottheiten beizühlen. Letzterer zieht die Worte Vellocasses, Veliocasses, Bellocasses, Tricassini, Durocassae zum Vergleiche an.


