Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
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Der Mithraskult und die Mithrasfunde. 27

II. A. 4. Votivaltar aus Kalkstein, 80 cm hoch, 35% 16 ecm im Querschnitt, gefunden in der Nähe des Rathauses zu Köln im Jahre 1689 oder nach anderer Angabe auf dem Eigelstein in Mülpen, den Dii conservatores geweiht.

DIS CONSER Dis conser- Den erhaltenden

ATORIB QTAR vatorib(us) Q. Tar- Schutzgöttern Quintus QVITIVS CATV. qaitius Catudl) Tarquitius Catulus, der VS LEG AVG CVIV us leglatus) Aug(usti) Legat des Augustus, OVRA PRAETO. cuiu(s) cura praeto(r)i- durch dessen Fürsorge IVM IN RVINA... um in ruina(m co) das zusammengestürzte NLAPSVM ALD.. nlapsum ad(no) Amtshaus in neuer Ge- VAM FACIEM vam faciem stalt wiederhergestellt RESTITVT.. restitut(um). wurde.

Den Göttern als Erhaltern der Menschen und Menschenwerke wurde der Altar bei der Neueinweihung des wieder aufgebauten Amts- hauses gewidmet und damit der Bau dem Schutze der schirmenden Götter empfohlen. Der Stein war jedenfalls am oder im Amtshause aufgestellt und diente zugleich als Denkstein. C. I. Rh. 331. v. Hüpsch 1, 1. Klein 12. Lersch p. 158. Steiner 1070.

b. Altarsteine ohne Inschrift. II. A. 2. Altar aus Sandstein, verstümmelt, gefunden im Lorscher Wald, wo der Stein als Grenzstein diente. Er ist 84 cm hoch, 56 56 cm im Querschnitt. Auf drei Seiten sind je zwei Reliefs übereinander angebracht, deren Deutung wegen der Beschädigungen schwierig ist. Es scheinen Kampfes- scenen zu sein, die sich auf die Thaten des Herkules beziehen

(Antäus, stymphalische Vögel, Cacus, Achelous). Über die sogen. Viergötteraltà re s. unter Gigantensäulen, über die Mithrasaltäre unter Mithraskultus.

4. Der Mithraskult und die Mithrasfunde. (Der Mithrastorso im Vorsaale, die übrigen Funde Schr. XV.)

Zu den interessantesten Uberresten antiken Lebens gehören unstreitig die Mithrasfunde. Keine orientalische Gottheit, ja überhaupt keine nichtrömische Gottheit, ist von den Römern so vielfach und aller Orten verehrt worden als Mithras; keinem Kult gehören so viel Fundstücke an als dem Kult des Mithras; und trotzdem ist kein Kult unsicherer als der Mithraskult. Fast unübersehbar sind die Schriften, die von Mithras handeln; sehr verschieden sind die Ansichten über das Wesen des Mithras, die Deutung der Symbole etc., die in diesen Schriften nieder- gelegt sind. Die Forscher zerfallen in der Hauptsache nach ihrem Standpunkte in zwei Klassen; die einen suchen von