18 Religiöses Leben der Alten.
Vorhalle) am Tiber auf dem Forum boarium. Der noch aus der Zeit der Republik stammende Tempel ist Ende des 9. Jahr- hunderts n. Chr. in eine christliche Kirche, jetzt S. Maria Egiziaca, umgewandelt worden. Diesem Umstande verdankt er seine verhältnismäßig gute Erhaltung. Der Tempel hat an den Schmalseiten je vier, an den Längsseiten je sieben Säulen. Die auf dem Modell offene Vorhalle ist jetzt zugemauert. Manche halten den Bau für den Tempel des Hafengottes Portunus; Jordan I, 2, 485 hält es für wahrscheinlich, daß der Tempel entweder der Fortuna oder der Mater Matuta ge- weiht gewesen sei.
UÜber den Stil s. p. 9. Bunsen III, 1, 343. Burckh. I, 15 a.
Can. II, Taf. 42. Pir. Le ant. R. IV, Taf. 49— 52. Strack p. 12, 13, Bl. 14, 23.
K.-M. Nr. 8. Tempel des Saturnus, ein jonischer Pseudoperipteros prostylos hexastylos auf dem Forum Romanum. Nach Dion. VI, 1 wurde schon 491 v. Chr. von den Konsuln Sempronius und Minucius auf dem Forum Romanum am Clivus Capitolinus dem Saturnus ein Tempel geweiht. Neu erbaut wurde dieser Tempel im Jahre 44 v. Chr. durch Muna- tius Plancus. Eine Restaurierung fand unter Septimius Severus statt; wohl auf diese bezieht sich die Inschrift, die auf dem eine Fläche bildenden Architrav und Fries des Giebels er- halten ist: Senatus Populusque Romanus incendio consumptum restituit= Senat und römisches Volk stellten den durch Brand zerstörten Tempel wieder her». Im Anfang des 15. Jahr- hunderts stand der Tempel noch fast unversehrt; heute stehen noch acht Säulen der Vorhalle, nämlich die sechs Säulen der Front und je eine auf den Längsseiten. Der Tempel hieß amtlich aedes Saturni ad forum; in demselben befanden sich der Staatsschatz, Urkunden, die Feldzeichen, alles unter der Obhut der Quästoren: das aerarium populi Romani oder Sa- turni. Doch ging die Verwaltung im Jahr 23 v. Chr. an be- sondere praefecti aerarii über und verblieb denselben nach kurzen Schwankungen bis zum Ende des alten Staatswesens. Der Schatz selbst verblieb in dem Tempel zu allen Zciten.» Jordan I, 2, 362.
Über den Stil s. p. 10. Burckh. I, 15 c. Can. II, Taf. 31. Jordan I, 2, 360 ff. Pir. Le ant. R. I, Taf. 32.


