Aufsatz 
Die Antikensammlungen des Großherzoglichen Museums in Darmstadt / Ludwig Buchhold
Entstehung
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Die Tempelformen bei den Römern. 17

Brutus und Cassius im Jahr 42 v. Chr. dem Mars einen Tempel zum Andenken an die göttliche Strafe, welche seine Mörder getroffen hatte. Der Tempel wurde zugleich mit dem in den Seitenhallen durch Statuen der verdientesten Römer ge- schmückten Forum errichtet(der Widerstand der Hausbesitzer, ihre Grundstücke abzutreten, verhinderte die gewünschte räum- liche Ausdehnung und die regelmäßige Form). Die Feier seiner Einweihung vollzog sich am 12. Mai 2 v. Chr. unter persönlicher Beteiligung des Augustus mit den kostbarsten und glänzendsten Spielen, und der Tempel galt als einer der prächtigsten Roms, herrlich geziert mit kriegerischen Phren- zeichen, vorzüglichen Kunstwerken, Erinnerungen an die Julier bis auf Aeneas, und mit der Gruppe von Mars und Venus. Der Mars Ultor war nicht mehr der alte Mars des Romulus, sondern ein neuer, durch die griechische Kultur verklärter Gott des Julischen Geschlechtes, welches Mars und Venus verehrte. Damit die Julische Dynastie und die römische Ehre eins würden, hatte hier der Senat über Krieg und Frieden und über die Triumphe zu beraten, der Sieger hier die Attribute seines Triumphes niederzulegen, und das wiedereroberte Feld- zeichen hier seinen Standort. Gsell-F. p. 250. Der Tempel hatte 8 Säulen in der Front und 8 oder 9 an jeder Lang- seite. Die Rückseite war wegen des Raummangels glatt und lehnte an die Rückseite des Forums an. Die erhaltenen Säulen gehören der östlichen Langseite an; auf ihnen ruht noch der alte Architrav und die alte mit Kassetten verzierte Decke. In die Ruinen des Tempels baute man schon zu Ende des 5. Jahr- hunderts die Kirche S. Basilio und die Augusteischen Säulen trugen bis zum Jahre 1820 den Kirchturm.-

Ov. fast. V. 550: Mars venit, et veniens bellica signa dedit. Ultor ad ipse suos caelo descendit honores Templaque in Augusto conspicienda foro. Et deus est ingens et opus. Burckh. I, 18 b. Can. II, Taf. 96 98, 102, 103. Jordan I, 2, 442 ff. Strack p. 8, Bl. 7. Suet. Aug. 29.

3. Der Pseudoperipteros.

Er lehnt den Säulenkranz in Form von Halbsäulen an die Cella an, findet sich nur sehr selten bei den Griechen (Guhl-K. 57), ist dagegen bei den Römern in Verschmelzung mit dem Prostylos häufig angewandt worden.

K.-M. Nr. 1. Sog. Tempel der Fortuna virilis, ein jonischer Pseudoperipteros prostylos tetrastylos(mit viersäuliger

Buchhold, Die Antikensammlungen. 2