Die Tempelstile. Der korinthische Stil. 13
K.-M. Nr. 6. Die drei Säulen des Kastor-Tempels. Die 14 m hohen Säulen stehen auf einem im Modell unter Schutt vergrabenen, wie die jüngsten Ausgrabungen ergaben, 18stufigen Stereobates. Das Kapitell ist außerordentlich zier- lich gearbeitet, der Architrav mit Ornamenten ausgestattet; an dem mit Zahnschnitten versehenen Kranzgesims wechseln Kragsteine(Konsolen) mit Feldertafeln ab; darüber ein Sima mit Löwenköpfen(auf dem Modell einer angebracht), die als Wasserspeier dienten.
Adamy A. I, 3, 186. Can. II, Taf. 28. Durm I, 206. Strack Bl. 8.
K.-M. Nr. 13. Der Vestatempel(sogen. Sibyllen- tempel) in Tivoli. Die Säulen erheben sich über einem mit leichtem Gesims gekrönten Stylobat, haben attisch-korinthische Basis mit Plinthus, zwei Tori und Hohlkehle; der Schaft hat 24 Kannelierungen mit wagrechtem An- und Ablauf. Das Kapitell ist besonders zierlich ausgestattet; über den zu Voluten sich rollenden Blattstengeln rankt sich ein scharf gezacktes Blatt, um sich an den geschweiften Abakus anzuschmiegen.
K.-M. Nr. 12. Vorhalle des Pantheon. Sie ist eher geeignet, den Totaleindruck korinthischer Säulenordnung zu veranschaulichen. Die Halle besteht aus 16 unkannelierten Säulen von grauem und rotem ägyptischen Granit mit 12 ½ m hohen Schäften(Monolithe von 4 ½ m Umfang), und zwar teilw. entblätterten, doch die lebendige organische Gliederung von Kelch, Blatt und Blume noch deutlich offenbarenden korinthischen Kapitellen aus weißem Marmor». Die ver- schiedenen Gesteinsarten sind auf dem Modell nachgeahmt. Can. II, Taf. 72.
K.-M. Nr. 2. Der Tempel des Antonius und der Faustina. Die 17 m hohen Säulen der Vorhalle sind nicht kanneliert, wegen der Schönheit des Materials, aus welchem sie hergestellt sind; sie sind nämlich aus Cipollinomarmor gearbeitet, einem grau-grünen Marmor von Euböa, der Holzmasern ähn- liche Linien zeigt.«Das Gebälk hat vorzügliche Verhältnisse, der Architrav an seiner Vorderseite zwei Fascien, an seiner Unterfläche ein von einem Flechtband umzogenes Mäander- ornament. Der Fries ist mit einem trefflichen, später oft nachgeahmten aus Greifen, Kandelabern und Ranken kom- ponierten Reliefschmuck versehen; das weit ausladende Kranz-


