12 Religiöses Leben der Alten.
20 m hoch und von fast 2 m Durchmesser, die größten in Europas». Die Skizze zeigt die charakteristischen Merkmale des korinthischen Stils: die Akanthusblätter in drei Blatt- kränzen übereinander; sie scheinen alle aus dem Säulenhalse hervorzuwachsen: die Blätter der obersten Reihe strecken sich nach den vier Ecken des Abakus aus und erscheinen unter der auf ihnen ruhenden Last volutenartig gekrümmt. Die jetzt am Boden liegende Säule ist in der Skizze als stehend dargestellt; sie wurde im Jahre 1852 vom Sturme gefällt (Durm I, 206).
6. Der römisch-korinthische Stil.«Während die dorische und jonische Ordnung in der römischen Architektur eigentlich nur dem Mißverständnis und der Verschlechterung unterworfen waren, hat die korinthische Ordnung, namentlich das korin- thische Kapitell eine reiche und glänzende Entfaltung gefunden. Es scheint, als ob dieser Stil den Römern ganz besonders zu- gesagt habe, auch hat er in der That alle Eigenschaften an sich, um in einer mehr durch Grobßartigkeit der Massen und Konstruktionen als durch Feinheit der tektonischen Gliede- rungen wirkenden Architektur verwendet zu werden und zur Geltung zu kommen. Man kann sagen, daß die überwiegende Mehrzahl aller erhaltenen römischen Gebäude in korinthischem Stil errichtet ist.» Guhlk, 499. Adamy A. I, 4, 117 flf. Baum. D. 291 ff. Burckhardt I, p. 15 f. Durm II, 250 ff.
Im Museum findet sich der römisch-korinthische Stil an mehreren Modellen in z. T. vortrefflicher Ausführung. Wir betrachten die folgenden:
K.-M. Nr. 9. Die drei Säulen vom Tempel des Mars Ultor, die«imposantesten aller Säulen Roms». Sie sind 18 m hoch, aus karrarischem Marmor hergestellt. Heute. ist die Basis freigelegt; zur Zeit der Herstellung der Korkmodelle (s. Einl.) war dies noch nicht der Fall. Der Schaft hat 24 Kannelüren, das Kapitell drei Lagen Akanthusblätter.«Der Architrav ist in edler Einfachheit dekoriert, die innere Ge- bälkdecke in den dreifach vertieften reich profilierten Kassetten mit großen Rosetten geschmückt(auch im Modell). Jede Ver- tiefung ist mit einem Ornamentstab umgeben, und der läng- liche Raum zwischen den Kassetten mit einem Doppelmäander-
saum verziert. Can. II, Taf. 100, 101. Gsell-F. 251. Strack p. 8, Taf. 7.


