10 Religiöses Leben der Alten.
der beiden Außenseiten zusammenstoßen, stehen sie diagonal zu dem Abakus. Das Gebälk hat dreifach geteilten Architrav mit Astragal, Kyma und Abakus; der Fries ist reich orna- mentiert: Guirlanden von Kandelabern und menschlichen Figuren getragen; darüber ornamentiertes Kyma; das Kranz- gesims beginnt mit Zahnschnitten, ist durch Astragal und Kyma mehrfach gegliedert und schließlich mit einem orna- mentierten Sima bekrönt. Burckhardt I, 15 a. Pir. Le ant. R. IV, 49— 52.
K.-M. Nr. 8. Tempel des Saturnus. Die uns er-— haltenen Reste gehen auf eine ungeschickte und nachlässige Restauration zurück, die wahrscheinlich unter Septimius Severus erfolgt ist(Strack p. 3). Die Säulenbasis bietet nichts Auf- fälliges, der Schaft ist nicht kanneliert;(an Photographien des Originals ist zu erkennen, daß die Schäfte ungleichmäßig ge- bildet sind). Das Auffallendste, was auch im Modell ent- schieden zu Tage tritt, ist das Kapitell. An ihm sind nämlich die vorspringenden Voluten des jonischen Eckkapitells an allen vier Seiten wiederholt, so daß also eigentlich acht Voluten vorhanden sind, die alle in der Diagonale des Abakus stehen. Über die erste Anwendung bei den Griechen Adamy A. I, 3, 262:«Indem man die vorspringenden Voluten des jonischen Eckkapitells an allen vier Seiten wiederholte, so daß also acht Voluten vorhanden waren, ihre Fascien aber nicht in wag- rechter Richtung zu einem einzigen Bande sich vereinigen, sondern eine jede unmittelbar an der(echinosartigen) Rundung des Säulenkapitells unterhalb der Voluten sich ansetzen ließ, erhielt man eine Kapitellform, welche jonische und dorische Elemente in sich zu einem organischen Ganzen verschmelzend, den Zweck der Vermittelung, den das Kapitell zu erfüllen hat, in durchaus ansprechender und ästhetisch richtiger Weise erfüllte. Indem man alsdann die Richtung der Fascie unmittelbar in die des verkümmerten Echinos übergehen ließ, war durch eine einzige schwungvolle Linie die Vermittelung des runden, senk- rechten Säulenstamms mit dem viereckigen horizontalen Ar- chitrav vollzogen, so daß der Abakus nur als ästhetische Ab- schlußform dient.“ Diese Kapitellform, allerdings in mangel- hafter Ausführung, liegt am Tempel des Saturnus zu Grunde
und nicht das sogen. Kompositenkapitell. Burckh. I, 15 c. Can. II, Taf. 32. Strack Bl. 1, 2.


