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Der Herausgeber zerlegt demnach das jou des Textes in die zwei Worte j'ou; je aber in die- ser Weise zu apostrophiren ist dem Sprach- gebrauche zuwider. Weiter heisst es in dem- selben Abschn., Z. 13:
en forest u en des tors.
Er hält also des für den Article partitif, der aber im Altfranzösischen hinter Präposi- tionen nicht vorkommt.
Wie Fauriel, verlegt auch Vaublanc die Entstehung der Cantefable in die Provence. Im übrigen hat er die Erzühlung wenn auch nur kurz, so doch richtig wiedergegeben.
Wir kommen nunmehr zu der zweiten Classe der Nachbildungen; der Stoff des Aucas- sin ist zu selbständigen, nach Form wie Inhalt wesentlich geänderten Dichtungen ver- wertet.
1. Die älteste dieser Nachbildungen findet sich in einer Fortsetzung des Huon von Bordeaux aus dem XIV. Jahrhundert. Sie ist betitelt: Clairette et Florent¹) und hat fol- genden Inhalt. Clairette(in dem Roman in Versen Clarisse genannt), die Tochter Huon's und der Esclarmonde wird von dem Verräter Brohart geraubt, dieser aber von Räubern ge- tötet, die sich dann gegenseitig umbringen. Der sarazenische König von Granada findet sie so allein am Meeresstrande und nimmt sie in seinem Schiffe gefangen mit fort. Sie wird indessen befreit und an den Hof des Königs von Aragon gebracht, dessen Sohn Florent bereits seit lange Clairetten in Liebe zugethan war. Sie erneuen ihre gegenseitige Zuneigung, doch der Vater Florent's ist taub gegen die Bitten des Sohnes. Endlich willigt er ein un- ter der Bedingung, dass Florent als Sieger über seinen Feind, den König von Navarra, heimkehre. Dies geschieht; doch nun hält je- ner ebensowenig wie der Vater Aucassins sein Versprechen. Vielmehr sinnt er darauf Clai- ) 8. darüber Léon Gautier: Epopées françaises, tome III.
S. 744 der 2. Aufl. Paris 1880.
retten umzubringen, und diese wird nur geret- tet durch ihren Freund, denselben, der sie aus den Händen des sarazenischen Königs befreit hatte, indem sie in einen Turm eingeschlossen wird. Hier sitzt sie mit Florent zusammen, doch finden die Liebenden Mittel und Wege zu entfliehen und eilen über das Meer. Noch einmal fallen sie in die Hände der Sarazenen und werden im Schlosse von Aufalerne gefan- gen gesetzt. Flucht mit Hülfe des Castellans und endliche Vereinigung bei Clairettens Va- ter Huon von Bordaux.
2. Die älteste der neuern Nachbildungen dürfte sich in einem Feenmärchen, betitelt: les Lutins de Kernosy, finden. Hierüber sagt Le Grand d'Aussy in einer Anmerkung zu dem von ihm gegebenen Auszuge des Aucassin(B, 209), dass Mlle. de Lubert, welche die zweite Auf- lage der„Lutins“¹) besorgte, die Erzühlung von Aucassin damit verwoben habe, indem sie ein Feenmärchen daraus bildete. Die Lieben- den heissen hier Etoilette und Jsmir. Eine Fee, die Freundin Etoilettens, befreit sie aus dem Gefängnis, und sie ist es auch, welche nach vielen Gefahren das Mädchen dem Prin- zen zuführt und mit ihm vereinigt.— Ich selbst habe die Ausgabe der Lutins de Kernosy nicht beschaffen können.
3. Die zweite derartige Bearbeitung scheint der von Michel Jean Sédaine verfasste, von AndréErnestGrétry in Musik gesetzteOpern- text gewesen zu sein, welcher unter dem Titel: Aucassin et Nicolette ou les moeurs du bon vieux tems(nicht aber, wie W. Hertz in den Erläuterungen zu seiner Uebersetzung irrtüm- lich angibt: les moeurs antiques) zu Paris im J. 1782 zuerst gedruckt wurde. Aufgeführt wurde die Oper bereits im J. 1779 in Ver- sailles u. 1780 in Paris.— Wie schon der Titel zeigt, benutzte der Verfasser die Ueber- setzung Sainte-Palaye’s; im übrigen aber sprang er mit dem Stoffe willkürlich ge- ¹) Die erste erschien 1707.
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