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die Blumen direkt bezeichnet; er ermöglicht es uns den Vergleich sofort zu ziehen, denn wie ihre Füsse die Blümchen zertreten, entsteht das Bild, das der Pinsel des Malers nicht charakteristischer hinzuwerfen vermöchte. Welch' ein Fortschritt ist aber diese Art des Vergleichs gegen die einfache Aufzählung der einzelnen Ver- gleichungspunkte! Der Dichter sagt:
et les flors des margerites qu'ele ronpoit as ortex de ses piés, estoient droites noires avers ses piés et ses gan- bes, tant par estoit blance la mescinete.
Ueberblicken wir kurz die Art der Schil- derung in beiden Gedichten, so werden wir sagen: der Verfasser des Aucassin gibt gleich- sam einen gedrängten Prosaauszug dessen, was in dem Originalgedicht mit vieler Weitschweifig- keit und poetischer Malerei ausgeführt ist. Aber er entwirft in Folge dessen ein viel klareres Bild des Gegenstandes und übertrifft das Ori- ginal bei weitem durch die Art, mit der er Vergleiche anstellt.
Als Nicolete die Stadt verlässt und an dem Turm vorbeikommt, in dem Aucassin um sie klagt, schneidet sie von ihren Haaren ab und wirft sie ihm zum Andenken zu. Ein ähnlicher Zug findet sich auch in der zweiten Bearbeitung von Fl. u. Bl., nur dass es hier des Mädchens Mutter ist, die dem Jüngling ein Band aus Blan- ceflors Haaren gefertigt überreicht. Die beiden Stellen lauten:
Fl. u. Bl. II, 1797: Et si li a un laz baillié Que sa fille li ot laissié: De ses cheveus estoit longiez. Floires le prist; molt s'en fist liez: Plus de cinq cents foiz le baisa Et la pucele regreta. und A. u. N. 13,15. De ses caviax a caupés, la dedens les a rüés. Aucassins les prist li ber si les a mout honerés et baisiés et acolés. En sen sain les a boutés si recomenée a plorer....
Du Meril hat aus der ersten Fassung des von ihm mitgeteilten Gedichtes die in zwei Handschriften vorkommende Episode entfernt,
welche das jeu Barbarin und Floire im Lö- wenzwinger enthält(I, 784.).
Dass diese Episode jedoch der von Du Méril so genannten erstenVersion ursprünglich eigen gewesen ist, und erst und allein von dem Radactor der Hs. B dieser Vers. getilgt wurde, ist von H. Sundmacher in einer Inaugural-Disser- tation, betitelt: Die altfr. und mhd. Bearbeitung der Sage von Flore und Blanscheflur. Göttingen 1872, nachgewiesen worden. Die Episode enthält ausser dem Selbstmordversuch Floirens im Lö- wenzwinger auch eine Darstellung des sogen. jeu Barbarin; letzteres hatte den Zweck, den Sohn über den Verlust der Geliebten zu trösten und ihn zu erheitern. Ob der Verfasser des Aucassin die Erzühlung von Fl. u. Bl. mit diesem Intermezzo kannte? Wahrscheinlich; denn auch er bietet Aehnliches. Doch lässt er den alten Grafen nicht zu einem so abenteuerlichen und lücherlichen, dem Charakter des übrigen so wenig entsprechenden Mittel greifen, sondern er lässt ihn ein Fest veranstalten, dazu er die Ritter und Damen des Landes einlädt, um seinen Sohn Aucassin zu trösten. Aucassin jedoch so wenig wie Floire finden Erheiterung; von diesem heisst es:
A grant mervelle lor plaisoit:
Flore nul point n'i entendoit.
Trestout mainent joie et baudor;
Flore ne puet por Blanceflor.(App. zu Fl. u. Bl. V. 8I.)
Und von jenem: Qui que demenast joie, Aucassins n'en ot talent; qu'il n'i veoit rien de éou qu'il amoit(20,14.).
Das Wiedersehen der Liebenden findet unserer Cantefable zu Folge in einer Blumen- laube statt; Floire wird Blanceflor in einem Blumenkorbe zugetragen. Nach den ersten Um- armungen sagt dieser zur Geliebten:
Fl. u. Bl. I, 2209: Quant jou vous ai a mon talent, 1 Bele amie, nul mal ne sent. und Aucassin ruft aus(26,7): Ha, douée amie! j'estoie ore mout bleéiés en m'es- paulle, et or ne sené ne mal ne dolor, pui que je vos ai.
2. Der Parallelstellen in beiden Gedichten sind, wenn wir von der gemeinsamen Anlage 2*†


