ihr holdes Antlitz im Fensterchen des Gema- ches, in dem sie gefangen sitzt(5,5 ff). Die ganze Gestalt der Jungfrau dürfen wir erst erblicken, als sie mit aufgehobenem Gewande durch das tauige Gras des Gartens schreitet, um ihrem Gefängnisse zu entfliehen.
Suchen wir in den uns überkommenen Ge- dichten von Fl. u. Bl. nach einer gleich liebe- vollen Schilderung der Helden, so finden wir in der II. Bearb. nur dürftige und von der I. stark abweichende Spuren.(vgl. Fl. u. Bl. II. 249 ff. 498 ff.). Dagegen liefert uns die letztere ausreichenden Stoff zu einer Ver- gleichung mit dem, was der Verfasser des Au- cassin über die Erscheinung seiner Helden, beson- ders Nicoletens, sagt. Denn von der Aucassins können wir absechen; das, was von ihm gesagt wird, wird zwar im allgemeinen auch von Floire gesagt, besonders wenn wir das berücksichtigen, wasDu Meéril als nur in einer Hs. enthalten unter die Lesarten gesetzt hat(Fl. u. Bl. I, 2576); indessen ist Aucassins Beschreibung nicht eingehend und charakteristisch genug, um genügende Anhalts- punkte zu bieten. Zudem findet sich eine ganze Stelle(2,12— 14) in der Schilderung Nico- letens(12,19) wörtlich wieder:
2, 12. il avoit les caviax blons et menus reGeréelés et les ex vairs et rians et le face clere et traitiée et le nes haut et bien assis. und
12, 19. ele avoit les caviaus blons et menus recer-
Gelés et les ex vairs et rians et le face traitiée et le nes haut et bien assis.
ist also vermutlich an einer der beiden Stellen ein- geschaltet worden. Vergleichen wir dagegen, was die Erzähler von der Erscheinung der Heldin sagen, so werden wir mehr Anhalts- punkte finden. Die bezüglichen Stellen finden sich: Fl. u. Bl. I, 2593— 2628 und A. u. N. 5,7 ff. u. 12,19. ff. So heisst es:
Fl. u. Bl. Chief a reont et blonde crine.
A. u. N. 5,7. Ele avoit blonde la crigne und
12,19. Ele avoit les caviaus blons et menus re- Ceréelés. Fl. u. Bl. ieus vairs, rians. A. u. N. 12,20: et les ex vairs et rians.
Fl. u. Bl. Sa face ert de color tresfine, Plus clere que nule verrine.
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A. u. N. et le face traitiée sowie A. u. N. 5,9: la face clere et traitice.
Fl. u. Bl. Les narines avoit mieus faites Que se fuissent as mains portraites.
(Dieser Vers findet sich ähnlich unten wieder; beide scheinen hier nicht ursprünglich gestanden zu haben, der letztere jedenfalls nach dem weiter unten:
Le cors a tel et si bien fait
Que s'on l'eüst as mains portrait.(Hs. A.) gebildet zu sein, zumal hier auch, was sonst in unserm Gedicht mir nicht bewusst, die Nega- tion nach dem Comparativ fehlt.) A. u. N. et le nes haut et bien assis. ¹)
Fl. u. Bl. Levres por baisier ot grossetes, Si les avoit un peu rougetes. A. u. N. et le levretes vremelletes, plus que etc.
Fl. u. Bl. Li dent sont petit et seré Et plus blanc d'argent esmeré.
A. u. N: et les dens blans et menus.
Eine Beschreibung des Athems erspart sich unser Dichter, dagegen genigte es ihm nicht, die übrige Figur so kurz abgethan zu sehen wie in den zwei Versen:
Le col a tel et le menton
Com apartient a la facon. ²) er geht näher auf ihre Beschreibung ein:
et avoit les mameletes dures qui li souslevoieut sa vesteüre ausi con Ge fuissent II“ nois gauges.
Fl. u. Bl.(nach der Hs. A.) Le cors a tel et si bien fait Que s'on l'eüst as mains por- trait;
Grailles les flans.
A. u. N. et estoit graille parmi les flans qu'en vos dex mains le peüsçiés enclorre.
Ebenso specialisirt der Dichter seine Aus- drucksweise, indem er bei Beschreibung der weissen Haut der Heldin:
Fl. u. Bl. La char avoit assez plus blanche
Que n'est nule flors sur la branche;
¹) Fleck hat wörtlich V. 6896. Diu nase was wol geschicket- 2²) Auch Fleck genügten diese Verse nicht, er schreibt: diu kel und ir nac al ein als ein volwizer swan: ir brüste nicht als ein man mit einer langen siten.(6901.)


