Aufsatz 
Über Aucassin und Nicolete / von Hugo Brunner
Entstehung
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vaint, qu'il ne voloit estre cevalers ne les armes prendre n'aler au tornoi ne fare point de quanqué il deũüst.

Natürlich, dass diese Liebe den Eltern des Sohnes ein Dorn im Auge ist, und dass sie den Gedanken nicht ertragen können, er werde das Mädchen einst zu seiner Gattin und zur Herrin seiner Güter machen. So heisst es vom Vater Floirens:

Fl. u. Bl. I, 269: Moult forment crient en son corage, Quant Floires iert de tel eage Que feme devra espouser, Qu'il ne puisse de li torner.

Fl. u. Bl. II, 370: Certes mielz volroie estre morz Que il de lui féist roine.

und ebenso sagt der Aucassins:

A. u. N. 8,26: Anéois sofferoie jo que je feüsse tous desiretés, et que je perdisse quanques g'ai, que tu ja l'eüses a mollier ni a espouse.

Der Vater bittet den Sohn, von dem Mäd- chen abzulassen, denn sie sei seiner nicht wert. Sie sei aus zu niederm Stande, um zu seiner Gattin zu taugen; dazu sei eine caitive, eine Unfreie von Geburt, durch deren Heirat sein Stamm nur geschändet werde. Wenn er hei- ratet, so soll er auch ein Weib aus seinem Stande nehmen. So heisst es:

Fl. u. Bl. I, 277: Puis querra, selonc son lignage, A son fil feme de parage. und Puis donrai a mon fil oissour, Fille de roi ou d'aumachour. ferner Voliomes que tu l'oubliasses Et par no conseil espousasses La fille d'aucun riche roi, Qui honorast et nous et toi. sowie Fl. u. Bl. II, 1725: Ja n'a il feme environ moi,

Fille a prince ne fille a roi,

Que je ne te face amener. und dem entsprechend:

A. u. N. 2,32: De Ge(Nicolete) n'as tu que faire, et se tu fenme vix avoir, je te donrai le file a un roi u a un conte. II n'a si rice home en Franée, se tu vix sa fille avoir que tu ne l'aies. sowie

A. u. N. 3,11: Puis qu'a moullier te vix traire,

pren feme de haut parage!

Es ist selbstverständlich, dass des Vaters Zorn über die Neigung des Sohnes kein geringer ist. Denn durch sie fürchtet er den Sohn zu verlieren.

Fl. u. Bl. I, 297:

Fl. u. Bl. I, 858:

Fl. u. Bl. I, 285: Sachiez, a estrous le perdrons,

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Se hastiv conseil n'en prenons und

A. u. N. 4,6: Par li(Nicolete) pert jou Aucassin.

Um deshalb die Liebenden zu trennen, möchte Floirens Vater, der ersten Bearbeitung zu Folge, dem Mädchen am liebsten das Haupt abschlagen. Er sagt:

Fl. u. Bl. I, 295: Certes, fait il, sans eslongier

Li voel faire le chief trenchier. desgl. Fl. u. Bl. I, 399: Faites la moi tost demander,

Ja li ferai le chief couper.

Nach der zweiten Bearbeitung aber will der Vater Floirens die Geliebte seines Sohnes den Flammen übergeben:

Fl. u. Bl. II, 459: Par jugement ont esgardé

Qu'ele sera el fu gitée,

Qu'or sera arse et enbrasée. Der Scheiterhaufen ist schon errichtet, und sie soll eben dem Tod übergeben werden, als der Sohn erscheint und die Geliebte errettet.

Blanceflor entgeht dem gedrohten Verder- ben, aber die Liebenden werden nichts desto- weniger gewaltsam getrennt; denn, um nicht den Tod erleiden zu müssen, muss das Mäd- chen in die Gefangenschaft wandern, sie wird als Sclavin in die Fremde verkauft. In einem Turme, so fest, dass es unmöglich ist einzu- dringen noch daraus zu entkommen, wird sie eingeschlossen, und vergeblich lässt sie ihre Klage um den verlorenen Geliebten erschallen (vgl. Fleck, Fl. u. Bl. 1743 ff.)

Aehnlich ergeht es Nicoleten. Auch ihr droht Aucassins Vater Tod und Verderben, auch er will des Sohnes Geliebte in den Flammen sterben lassen. Er sagt:

A. u. N. 4,7: Saéiés bien que, se je le puis avoir, que je l'arderai en un fu.(ähnlich A. u. N. 10,55.) und Nicolete sagt von sich selbst:

A. u. N. 17,11 ff: Et se j'atént le jor cler,

li fus sera alumés,

dont mes cors iert enbrasés. Auch sie soll, um nicht sterben zu müssen, das Land verlassen, in dem sie bisher gelebt hat und mit dem Geliebten glücklich gewesen ist. vgl. A. u. N. 4,14. Zwar wird diese Massregel