Aufsatz 
Zur Geschichte und Literatur der Samaritaner
Entstehung
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muthigem, kräftigem Vorwärtsgehen auf der einmal betretenen Bahn anfeuerten. Dieſe Regſamkeit auf Seiten der Juden, die mit neuem Eifer den Bau des Tempels fortſetzten, veranlaßte wieder die Samaritaner, den Stadthalter dieſſeits des Stromes Thatnai und Star⸗Bosnai zu bewegen, wie früher unter Cyrus und Cambyſes, wieder gegen den Bau des Tempels Beſchwerde und Klage zu erheben und den Juden in ihrer Thätigkeit Hemmungen und Hinderniſſe zu bereiten. Doch waren jetzt die Feinde vorſichtiger in ihren Eingaben, ruhiger und leidenſchaftsloſer in ihren Befehlen, denn es konnte ihnen nicht entgangen ſein, daß die erhöhte Thätigkeit und der vermehrte Eifer der Juden auf einer am Hofe des Königs Darius für ſie günſtigen Strömung beruhe.

Thatnai und Star⸗Bosnai begnügten ſich vorerſt mit einem Verhöre, das ſie mit den Bauenden vornahmen, deren Namen ſie ſich angeben ließen, wodurch ihnen Auskunft darüber werden ſollte, auf Grund welcher Erlaubniß denn eigentlich die Juden den Bau des Tempels überhaupt unternommen hätten, ohne ſie, wie dies früher geſchah, jetzt weiter in ihrem Werke zu ſtören.

Die Angaben der Juden, die ſich auf ein Edict des Cyrus beriefen, wurden von Darius beſtätigt und durch eine im Staatsarchive aufgefundene Urkunde bekräftigt. Die verleumderiſchen Angaben hatten die entgegengeſetzte Wirkung gehabt, daß die Unterſtützung zum Tempelbau von Seiten des Königs Darius eine größere und reichere wurde.

Am 3. nach Joſephus am 23. Adar des Jahres 516 wurde der vollendete Tempel eingeweiht und bald darauf das Paſſah⸗Feſt feierlich begangen. So war denn trotz aller Hinderniſſe, trotz aller Verdächtigungen und Verleumdungen, durch muthiges, unverdroſſenes Ausharren in dem einmal Begonnenen, wie durch glückliche Abwehr aller Feinde der Tempel zu Jeruſalem aufgeführt, welcher ein neuer, geiſtiges Leben ausſtrahlender Mittelpunkt werden ſollte für die Juden in und außer Paläſtina.

Der Hoheprieſter hatte durch den neuen Tempel feſten Boden gewonnen, er iſt jetzt eine unentbehrliche Perſönlichkeit zur Organiſation und Leitung des Gottesdienſtes geworden, während Serubabel der beſtändige Anlaß zu Verdächtigungen geweſen ſein mochte, als wollten die Juden unter dieſem Abkömmlinge aus dem Hauſe Davids ein neues ſelbſtändiges Reich bilden. Die beiden Oelbäume(Zacharia 4, 14) ſcheint das Feuer der Zwietracht ergriffen zu haben, das ſich auch dem Volke mittheilte, welches in eine Prieſter⸗ und Königspartei auseinanderging und von dem auch die beiden Propheten Chaggai und Zacharja nicht ganz unberührt geblieben ſind.

Serubabel hat ſich vielleicht in Folge von Streitigkeiten vom Schauplatze ſeiner Thätigkeit zurückgezogen, um nicht den Anklagen und Verleumdungen durch ſeine perſönliche Anweſenheit, neuen Stoff und willkommene Nahrung zu geben.

Doch auch nach dem Abgange Serubabels und nach dem Tode des Darius wurden Anklagen gegen die Juden an deſſen Nachfolger Xerxes gebracht, womit auch die judenfeindliche Bewe⸗ gung in Perſien und Medien unter dieſem Könige in irgend welchem Zuſammenhange ſtehen mag. Wiederholt wurde von den Samaritanern und ihren Genoſſen auf den großen Schaden und Nachtheil hingewieſen, der dem perſiſchen Staate aus dem Aufbaue der Stadt Jeruſalem und ſeiner Mauern erwachſen müſſe. Die Lage der Juden war damals eine ſehr traurige, und gewiß