Aufsatz 
Zur Geschichte und Literatur der Samaritaner
Entstehung
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kehr der Gefangenen nach ihrer Heimat ſollt ſich verwirklichen, die heiße Sehnſucht nach Jeruſa⸗ lem bald geſtillt werden.

Cyrus, dem die Juden bei der Eroberung Babels gewiß große Dienſte geleiſtet hatten, konnte ſich gegen dieſelben nicht dankbarer erweiſen, als wenn er ihnen die Heimkehr nach Jeruſalem und den Aufbau des Tempels daſelbſt geſtattete, zumal er als der durch die Propheten verheißene Geſalbte Gottes bezeichnet wurde und es ja noch zudem, vom ſtaatsmänniſchen Stand⸗ punkte aus betrachtet, für ihn nur vom Nutzen ſein konnte, an der Gränze Aegyptens ein zu Dank verpflichtetes Volk zu haben, das noch überdies mit den Landesverhältniſſen, die dem Cyrus ziemlich fremd und unbekannt ſein mußten, ſo außerordentlich genau vertraut war.

Ein neuer Frühling erwachte auf Judas Gefilden, die alten Zionsharfen wurden wieder hervorgeholt, die lange verſagt, weil der Schmerz ihre Saiten durchriſſen; wie ein Traumbild zog die erlangte Freiheit an der Seele des Volkes vorüber, als es unter Liedern der Freude und des Dankes hinauf wallte nach Jeruſalem, der heiligen Stadt.

Joſua, ein Enkel des letzten Hohenprieſters Serajah, den Nebukadnezar hinrichten ließ, und ein Nachkomme Jojachins, Serubabel der Sohn Schealtiels, ſtanden an der Spitze der heimkehrenden Juden. Im Norden trafen ſie die Samaritaner an, die den Neuankommenden manche Landesgebiete, in denen ſie ſich früher ungeſtört hatten niederlaſſen können, abtreten mußten, wie denn auch von ihren Abgaben auf Befehl des perſiſchen Königs ſo manche Ausgaben der Coloniſten ſollten beſtritten werden, und im Süden die Idumaeer.

Die Paſchas von Abar Nahara dem Lande jenſeits des Euphrat waren angewieſen, die Juden in ihrem Vorhaben zu unterſtützen, ihre Unternehmungen zu fördern und ihnen die vom Könige zugeſagten Gaben zu verabfolgen. Im Feſtesmonat Tiſchri 537 wurde ein Altar von Stein aufgerichtet, damit der Gottesdienſt ſogleich eingeführt werden könne. Sodann wurde mit der Organiſation des Tempelſtandes der Anfang gemacht, die Vertheilung der Dienſte eingeleitet und auf eine feierliche Weiſe der Grundſtein zu einem neuen Tempel gelegt. Erinnerung und Hoffnung, Wehmuth und Wonne, Jubel und Trauer gaben ſich in den hier laut werdenden Nationalgefühlen kund und floſſen in einander. Die traurigen Bilder der Vergangenheit, Leichenfelder, Ruinen, verödetete Landſtriche, wie ſie die babyloniſchen Kriege geſchaffen hatten, tauchten da im Geiſte auf, aber das hoffende Herz ſah ſchon in nicht ferner Zukunft die Zinnen des Tempels hervor⸗ ragen, die Mauern der Stadt ſich erheben, das Land wieder prangen in alter Blüthe und Herrlichkeit..

Doch die Klänge der Poſaunen, die bei der Grundſteinlegung ertönten, weckten den Haß der Samaritaner gegen die Juden. Im Verkehre mit den Satrapen und Völkern von Abar Nahara ſtehend, wußten ſie genau, welcher Vergünſtigungen ſich die Juden von Seiten des Perſerkönigs erfreuten. Die Ausſicht das einmal eingenommene Landesgebiet behalten zu können, wie die vortheil⸗ haften Conſequenzen überhaupt, die ihnen gewiß aus einer Verbindung mit den Juden hätten erwachſen müſſen, veranlaßten ſie mehr als ein innerer religiöſer Drang, an Joſua und Serubabel mit dem Anſinnen und Anſuchen, an dem Tempelbau theilnehmen zu dürfen, heranzugehen, wenn ſie auch den Vorwand gleicher religiöſer Lehre und Uebung dabei geltend zu machen ſuchten. Nach gepflogener Unterredung mit den Familienälteſten von Seiten Joſuas und Serubabels, erhielten