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hinterrücks, in der Hoffnung dadurch das Reich Israel zu retten, mit So(Sevichos), dem Herrſcher über Aegypten, ſich in ein Bündniß eingeläaſſen hatte, da ſehen wir von Neuem die Heereswogen der Aſſyrer ſich über die Gebiete Israels dahinwälzen. Hoſea wird feſtgenommen und ins Ge⸗ fängniß geworfen, raſch und faſt ohne Schwertſtreich ſtehen die Feinde vor Samaria, das nach faſt dreijähriger Belagerung erſtürmt und zerſtört wurde.
Die Bewohner des Landes mußten ins Exil gehen, nach den ihnen angewieſenen Wohnſitzen in Chalach, Chabor, am Fluſſe Gozan und in den Städten Mediens.
So war denn das Reich Israel, daſſelbe, welches unter dem Rufe:„Auf, zu Deinen Zelten!“ die Einheit des Volkes zerriſſen und deſſen Macht geſchwächt hatte, nach faſt zweihundert und ſechzigjährigem Beſtande untergegangen. Zur traurigen Wahrheit wurde der Propheten warnend Wort, alle Herrlichkeit war geſchwunden. Die Thränen, die damals den Gedrückten entſtrömten, ſind ſpurlos verſiegt und haben keinen Dichter gefunden, die Schmerzen und Seufzer, die ſich den Gefangenen entrungen, ſind leer verhallt, kein Klagelied ertönt über dem Grabe dieſes Volkes, die Weggeführten deckt ewige Vergeſſenheit, ſie ſind auf⸗ und untergegangen in dem Gewühle der Völker, zu denen ſie gelangten, und alle Verſuche ihre Spuren aufzufinden ſind erfolglos geblieben.
An Stelle der ausgewanderten Israeliten wurden fremde Völkerſchaften in die eroberten Landestheile verpflanzt, und zwar aus Babel, Cutha, Avva, Hamath und Sepharvaim, welche nach der Hauptbevölkerung Chuthaeer oder nach ihrem Aufenthaltsorte Samaritaner genannt werden.
Dieſe neuen Völkerſchaften waren, wie wir aus den Quellenſchriften erſehen, aus den ver⸗ ſchiedenſten Gegenden zuſammengeworfen, einander unähnlich in religiöſen Vorſtellungen und nationalen Sitten.
So verehrten die aus Babel Eingewanderten eine Gottheit Succoth⸗Benoth(Mylitta), den Nergal(Mars) die Chuthaeer, die Bewohner von Hamath den Aſchima(Esmun), den Tartak(Atergatis auch Derketo) die Avvim und die von Sepharvaim Eingewanderten verbrannten ſogar ihre Kinder den Gottheiten Adramelech und Anamelech(Moloch) zu Ehren. Der Einge⸗ wanderten Sprache war eine ſemitiſche.
Die Verſchmelzung dieſer ungleichen Volkselemente konnte ohne die Vermiſchung ihrer geiſtigen Güter, ihrer hiſtoriſchen Erinnerungen, wie ihrer religiöſen Vorſtellungen nicht vollzogen werden.
Nur eine bis dahin ganz unbekannte religiöſe Anſchauung, von Allen gemeinſam empfangen und angenommen, war im Stande, die alten Gewohnheiten mit neuem Geiſte zu durchhauchen, den herkömmlichen religiöſen Uebungen eine gleiche Färbung zu geben.
Die Ueberreſte des Zehnſtämmereiches, die aus zurückgebliebenen Ackerbauern, Winzern und Hirten beſtanden— denn der Adel an der Gränze Judäas hat ſich gewiß dahin geflüchtet und gewiß mit dazu beigetragen, neue Verbindungen zwiſchen dem Reiche Juda und den Reſten Israels anzubahnen— waren am beſten dazu geeignet, mit ihren religiöſen Anſchauungen und Gewohnheiten, die wohl durch die harten Schickſalsſchläge geläutert und gereinigt wurden, ver⸗ mittlend und einigend auf die verſchiedenen fremden Völkerſchaften einzuwirken. In jenen Tagen, da ganz Vorderaſien von aſſyriſchen Heereswogen überflutet war, konnten auch die Straf⸗
reden der Propheten, unter denen gerade der zu Herzen dringende, hinreißende Jeſaia der vor⸗ 1*


