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eines karolingischen Profanbaues, von welchem in folgenden Zeilen die Rede sein wird.
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Die Bauthätigkeit, die Karl der Grosse veranlasste, hatte zwar ihren Mittelpunkt in Aachen, machte sich aber im ganzen Reiche fühlbar. Nicht nur Kirchen, auch Pa- läste wurden errichtet und zwar ausser zu Aachen in Nymwegen, Ingelheim, Worms, Trebur, Frankfurt, Regens- burg und anderen Orten. Von den Gebäuden der Kaiser- pfalz zu Aachen ist nur die Grab- und Palastkapelle, das jetzige Münster, erhalten geblieben. Auf der Stelle der übrigen Palastgebäude wurde das gotische Rathaus errichtet und dabei die alten Grundmauern benutzt.
Auf dem Valkhof zu Nymwegen, in Frankfurt (Saalhof) und in Regensburg zeugen noch einige Uber- reste von der einstigen Herrlichkeit. In Worms bestand eine Pfalz schon vor der Zeit der Karolinger, die 791 abbrannte. Von der neuen Pfalz, die Karl der Grosse errichten liess, ist keine Spur mehr sichtbar. Der Palast zu Trebur, der seiner Pracht wegen berühmt war und in dem viele Reichstage zur Zeit der Karolinger und unter den späteren Kaisern, abgehalten wurden, gilt als voll- ständig von der Erde verschwunden. Doch sind noch Uberreste in der jetzigen Ortskirche vorhanden, sie harren noch gründlicher Untersuchung.
In Ingelheim hatte schon Pippin einen Palast, in welchem 788 und 807 Reichsversammlungen abgehalten wurden. Möglich, dass sich hierbei die bestehenden Ge- bäude zu klein erwiesen und den grösseren Neubau ver- anlassten. Des Lobes voll über diese Prachtbauten, die wahrscheinlich zwischen den Jahren 807— 817 errichtet wurden, sind die Dichter damaliger Zeit, insbesondere schildert einer derselben, der Benediktinerabt Ermoldus Nigellus, in überschwänglichen Versen die Grösse und Pracht des Palastes. Er spricht von hundert Säulen, die


