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richtungen, oder geſellſchaftliche Anordnungen(wie doch ſolche bei durchgeführtem Kommunismus ge⸗ troffen werden müßten); ſondern(Luk. 17, 21):„Das Reich Gottes iſt inwendig in euch.“ In das Reich Gottes kann nur kommen, wer neu geboren iſt(Joh. 3, 5).„Thut Buße,“ d. h.(pgl. die erſte von Luther's 95 Theſen: Da unſer Meiſter und Herr Jeſus Chriſtus ſpricht:„Thut Buße u. ſ. w.“ will er, daß das ganze Leben ſeiner Gläubigen auf Erden eine ſtete oder unaufhörliche Buße ſein ſoll) ändert euren Sinn. Der Sinn, die Geſinnung, das Innere, das iſt das Gebiet, auf welchem er wirken will. Das höchſte Gebot iſt die Liebe, alſo etwas ganz Freies, Urſprüng⸗ liches, etwas, das eigentlich gar nicht geboten werden kann; ſtatt„Gebot“ könnte man alſo auch ſagen„Bedingung“, ſo daß es nun hieße: Die Bedingung des Eintritts in das Himmelreich iſt Liebe, Liebe zu Gott und allgemeine Liebe zu den Menſchen. Aber wo hätte dieſe Liebe noch Raum bei einer kommuniſtiſchen Einrichtung, der unfreieſten, die ſich nur denken läßt, bei einer Einrichtung wie etwa in Fouriers Phalanſtere?
Das Innere des Menſchen, haben wir geſagt, will Chriſtus erneuern und reinigen. Allerdings ſtrebt alles Innere auch äußerlich in die Erſcheinung zu treten. Und wir wiſſen, daß durch das Chriſtenthum, durch den chriſtlichen Sinn alle menſchlichen Verhältniſſe ſich umgeſtaltet haben. Aber dieſe menſchlichen Verhältniſſe, die ſtaatlichen und geſellſchaftlichen Einrichtungen läßt Chriſtus vorerſt unberührt. Einen Mann, der ihn bittet, ſeinem Bruder zu ſagen, daß er das Erbe mit ihm theile, weiſt er(Luk. 12, 14) mit den Worten ab:„Menſch, wer hat mich zum Richter oder Erbſchichter über euch geſetzt?“—„Gebet(Math. 22, 21) dem Kaiſer, was des Kaiſers iſt.“ In einer Monarchie könnt ihr ſo leben, daß ihr in das Himmelreich kommt, oder auch vielleicht unter einer andern Staatsverfaſſung; das iſt für euer chriſtliches Leben nicht von großem Gewicht.
Aus keinem von Jeſu Worten folgt, daß diejenigen der beſtehenden menſchlichen Einrichtungen, die ſich überhaupt mit der Liebe vertragen, aufgehoben werden müßten.„Ihr habt(Matth. 26, 11) allezeit Arme bei euch.“ Weiſt dieſer Spruch nicht darauf hin, daß Verſchiedenheit des irdiſchen Vermögens beſtehen wird, ſo lange Menſchen leben?„Welchem(Luk. 12, 48) viel gegeben iſt, bei dem wird man viel ſuchen, und welchem viel befohlen iſt, von dem wird man viel fordern.“ Iſt nicht auch hiermit, und ebenſo mit dem Gleichnis von den anvertrauten Centnern oder Talenten (Matth. 25, 14— 29), geſagt, daß Verſchiedenheiten beſtehen werden und müſſen? Und wenn auch dies nicht gerade von einer Verſchiedenheit im äußeren Vermögen zu verſtehen iſt, ſo iſt doch damit auf Verſchiedenheit in den Anlagen, den Fähigkeiten hingewieſen. Aber bedingen dieſe nicht auch Verſchiedenheit der Thätigkeit, der äußeren Lebensſtellung, ſomit auch wohl des äußeren Vermögens? Im Sinne Jeſu ſpricht Paulus 1 Kor. 12 von einem Unterſchiede der Gaben, und in demſelben Sinne ſagt Petrus(1 Petr. 4, 10):„Dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.“ Die äußeren Unterſchiede, und ſo auch die Verſchiedenheit des äußeren Vermögens, deſſen Größe ja keinen Maßſtab für das Glück gibt, will alſo Jeſus, und ebenſo die in ſeinem Sinne redenden Apoſtel, nicht aufgehoben wiſſen.
Thun wir aber den Kommuniſten nicht unrecht! Sie wollen ja nicht, daß völlige Gleichheit z. B. der körperlichen und geiſtigen Anlagen herſche; das können ſie nicht wollen, denn es wäre ja gegen die Natur und gegen alle Erfahrung. Wenigſtens die Verſtändigeren unter ihnen wollen nicht jene langweilige Einförmigkeit. Sie wollen in ihrer Gemeinſchaft auch Unterſchiede; es ſoll jedem diejenige Thätigkeit angewieſen werden, die ſeiner Natur am angemeſſenſten iſt; er ſoll auch dafür


