— 38— z. B. F. O. D.(Franciae Orientalis Dux) auf Würzburger Münzen, F. D.(Fidei Defensor) auf engliſchen, S. R. I. P. (Sancti Romani Imperii Princeps) auf vielen biſchöflichen und andern, wird er bald kennen lernen. Betreibt er nur ſeine Sache mit Ernſt, ſo wird ſeine Kenntniß raſch zu⸗ nehmen, und die Münzen ſind ihm nun nicht mehr bloß Tauſchmittel, ſondern auch geſchichtliche Denkzeichen.
Manche Knaben, deren Mittel es vielleicht nicht er⸗ lauben, Geld für dieſe Liebhaberei anzuwenden, bringen wohl, mittelſt eines ungeſpitzten Bleiſtiftes, das Gepräge auf Papier an. So laſſen ſich Münzen auch über eine Gips⸗ form in Blei nachbilden. Es kann auch ſolcher Nothbehelf von Nutzen ſein.
Ich glaube, es iſt nachgewieſen, daß auch das Sam⸗ meln von Münzen, wenn es in der rechten Weiſe betrieben wird, mehr als ein bloßer Zeitvertreib iſt.
Es gibt nun endlich auch noch Knaben— und ſelbſt Männer—, die alles mögliche, was ihnen auffällt, in Ver⸗ wahrung nehmen, Naturalien, Alterthümer, und was es ſonſt ſei. Man könnte ſie Kurioſitätenſammler nennen. Wer Oſtende beſucht hat, erinnert ſich bei dieſem Worte vielleicht an eine in Slykens befindliche Sammlung; auch manche fürſtliche Schlöſſer bergen ähnliche; ſelbſt das grüne Gewölbe in Dresden hat etwas von einem Kurioſitätenkabinet. Sich ſolche anzulegen, zeugt von einem gewiſſen allgemeinen Intereſſe, aber von wenig Tiefe; es iſt einem Knaben nicht anzuempfehlen. Vielleicht ſchwankt er, iſt einmal ſein Sammel⸗ geiſt erwacht, eine Zeitlang hin und her, und weiß nicht, wohin er ſich eigentlich wenden ſoll. In dieſer Periode nimmt er alles, was ihm vorkommt. Gut aber iſt es, wenn er aus dieſem Zuſtande bald herauskommt und ſich nur auf Eines verlegt, auf dieſes aber mit vollem Ernſte.


